Rödgen  (heute 35394 Gießen-Rödgen)
Das heute zu Gießen gehörige Rödgen war einst eine Ortschaft im Busecker Tal.

Der Ortsname Rödgen gehört zu den sogenannten Rodungsnamen. Dies bedeutet, dass der Name auf die Rodung einer Fläche zum Zwecke der Besiedelung hindeutet. Datiert werden diese Rodungen in zwei Zeitspannen.
Die erste war die Zeit der fränkischen Landnahme, eine Kolonisierung der Franken die in  großen Teilen in den Rhein-Main-Donau-Raum angesiedelt wird. Sie begann im 5. Jahrhundet und war spätestens um 800 abgeschlossen. Der Abschluss dieser fränkischen Landnahme gilt für unser Gebiet auch als das Ende der Völkerwanderungszeit.
Eine zweite Rodungswelle mit Siedlungsgründungen datiert ins Hochmittelalter. In der Zeit des 11. - 13. Jahrhunderts entstehen auf Grund eines raschen Bevölkerungswachstums in vielen Teilen Europas neue Ortschaften. In diese Zeit datiert Hans Patze [1] die Entstehung Rödgens.

Da sich genaue Daten zu Ortsgründungen fast nie feststellen lassen greift man für Ortsjubiläen auf Daten der Ersterwähnungen von Ortschaften zurück. Leider ist dies bei Rödgen schwierig. Es gibt Erwähnungen von Ortschaften mit den Bezeichnungen Roda seit dem Ende des 8. Jahrhunderts. Ob sich diese Nennungen nun auf unsere Rödgen, den gleichnamigen Stadtteil von Bad Nauheim, der Ortschaft Roth im Kreis Marburg oder Göbelnrod bei Grünberg beziehen bleibt unsicher. Allgemein wird das Jahr 1017 als Ersterwähnung für unser Rödgen angesehen. In diesem Jahr bestätigt Kaiser Heinrich II. auf Bitten des Bischofs Eberhard von Bamberg dem Kloster Michelsberg den  Besitz von Gütern in der Grafschaft Gerlachs im Lahngau, dabei auch zu Roda.
Absolut sicher ist die Erwähnung in einer  Urkunde aus dem Jahr 1327 [2]. Sie berichtet von Stiftungen zugunsten der Kapelle in Kinzenbach, die einst von Rycholf und Elisabeth v. Kinzenbach gestiftet wurde. Es ist ihr Sohn, der Ritter Johannes v. Kinzenbach und dessen Frau Lisa die nun zum Seelenheil der Gründer umfangreiche Einkünfte an die Kapelle stiften und ihr Verhältnis zur Mutterkirche in Heuchelheim regeln. Die Eheleute stiften ein Einkommen von 6 Solidi (Goldmünzen) und ein Huhn von Gütern im Dorf Rödgen bei Trohe.
 
 

1 Hans Patze, Geschichte des Gießener Raumes von der Völkerwanderung bis zum 17. Jhdt., in: Günter Neumann (Hrsg.), Gießen und seine Landschaft, Gießen 1970, S. 70-77
2 HStAD A3 Nr. 156/2
 

 

 

Aktualisiert am: 30.12.2013
 

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