
Rot unterstrichen ist die Bezeichnung für Großen-Buseck.
(c) HStAD Signatur A 3 Nr. 331/54
In der obenstehenden Urkunde findet sich zum ersten Mal der Name „Großen-Buseck“, damals geschrieben als „grozibucheseke“.
Solche ersten schriftlichen Nennungen sind sehr wichtig für die Geschichte eines Ortes. Ersterwähnungen sind die offizielle Grundlage für Ortsjubiläen.
Unsere Urkunde selbst trägt kein Datum. Sie wird jedoch auf das Jahr 1326 datiert, weil es eine andere, datierte Urkunde gibt, die denselben Sachverhalt behandelt.
Der Grund, warum Großen-Buseck in dieser Urkunde erwähnt wird, ist eher unspektakulär. In der Urkunde geht es um einen Streit zwischen dem Deutschordenshaus Schiffenberg und dem Kloster Cella bei Schiffenberg. Dabei werden verschiedene umstrittene Besitzungen und Einkünfte aufgelistet.
Darunter, gegen Ende hin, auch vier Pfennige zu grozibucheseke.
Text der Urkunde:
„Wir Richolf sengere zu Wetflar, Gerlach von Lundorf, Luplen rittere un Hartmut von Clettenberg ratlude gekoren von den geistlichen luden commendure un von dem convente zu Marburg un von Lucarde der meistern un convente der Cellen under Siffenburg umme zweiunge, die zishen en waz umme welde, zenden, zinse, hobstede, wege und akkere, des se zu uns gegangin sin, als an den breben stet, die dar ober gegeben sint, sprechen eindregdeclige, daz di zwei holz Smedebuzhe un Rodehoch gemein sin der zueier closter. Daz Eighoch bi Swalheim ist der herren zu Siffenburg alleine. Durfen aber die vrauhen eines gruntbaumis adr eins melbaumis alda zu Swalheim zu ere molen, dar umme sallent se beden un den sal man in nit versegen und holz zu einer brukken alda. Der vrauwen molnere esele sollen auch of der herre gemein weide gen und nigt anders fehes des molners. Zu Altbach wald und rodt sint gemein. Gyr bohil als der pat get, daz nederteil wald und velt daz ist der herren, daz ober teil der vrawen walt un velt. Durch den akker der da heizet spidals acker sollen die herren einen fuzpat han und nicht anders. Der zehende halber zu Husen ist der vrawen an crot, daz ander teil der herren un das verde seil an dem erbe ist der herren bevor. Der cende zu Conrsrode ist gemein un die gulde von zwein mesten oleis ist gemein. Der akker bi Hedwige molin sal den herren cenden, die vrauwen bewisen dan, war umme nicht he cenden sulle. Um den Kiperg un umme die welde zu Milbach spregche wer nicht, biz das die vier man gesprechen, die dar ober gekorn sint. Umme die hobstat zu Husen und um den verdunk penninge zume Rod1dies gilt als die Ersterwähnung von Rödgen, heute Gießen un ym feir sillik penninge zu Grozibucheseke an Bertolde Cegenhurn gefristen wer an die cit, wan man sprichet um die vorgenanten welde. Zu eime gezuknise derre vorgenanten rede han wir genanten sengere un Gerlach unse igesegle her an gehenged.“2HStAD A 3 Nr. 331/52; Gedruckt bei Baur HUB Nr. 515 und Wyss I,2 Nr. 489
Zur Datierung wird der folgende Text herangezogen:
„Wir Brodir Cuno eyn kumirture der Dutschin Brudere des husis bi marpurg bekennin ums in disme genwertegin bribe umme soliche zwihunge als schuz zin uns un unseme godishus zo Schiffinberg ist gewest von eynir sitin un der meysterin Lucarde un deme convente zo der zellin bi Schiffenberg von der anderin sitin umme zehindin, umme weylte, umme habistede, umme einse, umme ackir, umme weyge, daz wir des sin gegangi zo den bescheydin manin her Richolf deme sengir von Wetflar, her Gerlach von Lundorf eyn rithir, her Lupeli eyn rithir unde Hartmut von Cleythinberg. Wie die uns scheydet eyndrechtliche mit minni aber mit reythe, des solle wir gescheydin sin umme sollich gut, also vor genant ist. Des sal uns gnungin, un hon ouch daz in druwin glabit. Umme daz dyse rede stede un veiste si, da gebin wir dysin brip besegelit mit unseme ingesegele. Dirre brip wart geschrebin du man schreyp nach godis geborthi dusint jar un dru hunderit jar ime seys un zwenzegisti jare.“3HStAD A 3 Nr. 331/52; Gedruckt Wyss I,2 Nr. 488
Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
Literatur:
Ludwig Baur: Hessische Urkunden, Darmstadt 1862 ff. (HUB)
Arthur Wyß (Hg.): Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. 3 Bde. Leipzig 1879-1899
- 1dies gilt als die Ersterwähnung von Rödgen, heute Gießen
- 2HStAD A 3 Nr. 331/52; Gedruckt bei Baur HUB Nr. 515 und Wyss I,2 Nr. 489
- 3HStAD A 3 Nr. 331/52; Gedruckt Wyss I,2 Nr. 488
