Christoph Franz Amand Daniel Veith Christian v. Buseck
(PN 1116)

Familienübersicht auf Tafel Epp. b

Vater: Ernst Johann Philipp Hartmann v. BuseckMutter: Maria Anna Felicitas Kunigunde Antonie Josepha v. Buttlar
Geboren: Getauft: 28. Dezember 1724 in Jagstberg 1Kirchenbuch Jagstberg
Verstorben: Bestattet: 28. September 1805 in Bamberg 2Kirchenbuch Bamberg, St. Peter und Georg

Zur Person:

Christoph Franz war Ganerbe im Busecker Tal und beteiligt an der Herrschaft Eppelborn.
Über sein Leben vor seiner Wahl zum Bischof von Bamberg im Jahre 1794 ist wenig bekannt. Erst nach der Wahl wurde er zum Priester geweiht. Seine Weihung zum Bischof am16. August 1795 erfolgte durch seinen Neffen Bischof Georg Karl v. Fechenbach.
Buseck galt als schwacher Regent. Zeitgenössische Diplomaten stellen seiner Regentschaft ein vernichtendes Zeugnis aus: „Ein Greis, der alle Schwachheiten des Alters erreicht hatte, ohne sich die Erfahrung desselben zu erwerben. Der Geiz ist seine herrschende Leidenschaft und der große Grundsaz seiner Staatsverwaltung. Seine Einfalt und Unwissenheit machten ihn zum Sclaven zweier Günstlinge” 3Auszug aus einer Polemik des Gregoriätsch von Tannenberg gegen die untergehenden Hochstifte Bamberg und Würzburg aus: Günter Dippold: „Zerstörung mit Sammetpfötchen“. Anmerkungen zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg, Seite 6 “Der Fürst nahe an 79 Jahren und beinahe ohne Gedächtnis, regiert nur durch Eigensinn, in gewissen Fällen fast ganz unter dem Einfluß des geheimen Referendärs, und einiger mehr unbekannt wirkender Menschen, die ihn mißbrauchen, wenigstens benutzen.” 4Aussage des bayerischen Kommissär, Franz Wilhelm Freiherr von Asbeck aus: Günter Dippold: „Zerstörung mit Sammetpfötchen“. Anmerkungen zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg, Seite 6 Er floh 1796 vor den Franzosen nach Prag und 1799 nach Saalfeld. Nach seiner zweiten Rückkehr ließ er im Jahre 1800 seinen Neffen Georg Karl v. Feschenbach zum Koadjutor und Nachfolger bestellen. Doch schon 1802 wurde das Fürstbistum durch bayerische Truppen besetzt. Diese erzwangen am 29. September 1802 den Rücktritt des letzten Fürstbischofs.
Das Hochstift wurde säkularisiert und dem Kurfürsten von Bayern übergeben. Der Bamberger Bischofsstuhl blieb bis 1817 unbesetzt.  Ab 1817 bekam Bamberg einen Erzbischöf, dessen Arbeitsgebiet geographisch erweitert wurde. Christoph Franz war somit letzter Fürstbischof von Bamberg.

Fürstbischof Buseck 1795, Pastell von Johann Baptist Hirschmann

Fürstbischof Buseck 1795,
Pastell von Johann Baptist Hirschmann

Ein Taler von 1800 geprägt mit dem Namen Christoph Franz und seinem Wappen

Im Jahre 1800 wurde in Bamberg ein Taler mit seinem Namen und Wappen geprägt (Bildquelle: MA-SHOPS – Schwiening, Bocholt),
sowie 1/2 Taler mit seinem Portrait (Bildquelle: MA-SHOPS – Schwiening, Bocholt).

1/2 Taler von 1800 geprägt mit dem Portrait von Christoph Franz

Belege:

1739, Dezember 1
l. b. de Buseck, Christhorus Franciscus Daniel Vitus Amandus Christian wird in der Philosophischen Fakultät in Fulda immatrikuliert.
Qu.: Gregor Richter, Die Studentenmatrikel der Adolphsuniversität zu Fulda (1734 – 1805), Fulda 1936

1750 Mai 18, Fulda
Der kaiserliche Notar Johannes Bronns bezeugt: Vor ihm sind erschienen Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck, Freiherr zu Eppelbronn, Oberamtmann der Zent Fulda, sowie dessen Ehefrau Maria Anna Kunigunda Felicitas Josepha v. Buseck geb. v. Buttlar und haben ihm eine elterliche Disposition [gemeinschaftliches Testament] zu Protokoll gegeben. Hierin wurden Verfügungen zugunsten ihrer sieben Kinder, nämlich Johann Philipp Konstantin, Sophia Leopoldina Charlotta Theresia, Christoph Franz Amand Daniel, Ludowica Katharina Elisabetha, Maria Anna Theresia, Amand Joseph Augustin Karl Friedrich und Leopold Christoph Philipp Friedrich Ludwig, getroffen.
Siegler: Die beiden Testatoren, der Notar und als Zeugen: Damian Hartrad v. Hattstein, kurmainz. Geheimer Rat und fuldischer Oberstallmeister, Georg Joseph v. Wagner, fuldischer Kanzler und Oberamtmann zu Bieberstein, Johann Georg Weitzel, fuldischer Hofrat, Georg Christoph Scheer, fuldischer Hofrat, Johann Ludwig Lincker, fuldischer Obristlieutenant, Johann Joachim Molter, Zentamtsverweser zu Fulda, und Johann Baptist Sinnecker, Syndikus der Stadt Fulda
HStAD: F 28 Nr. 32: Abschrift, notariell beglaubigt 1773
Regest aus: J. Friedrich Battenberg (Bearbeiter), Archiv der Familie von Buseck und der Ganerbschaft Buseckertal (Bestände B 14 und F 28). Darmstadt 2000


1761 Januar 29, Fulda
Heinrich [VIII. v. Bibra], Bischof und Abt von Fulda, bekundet: Nach Ableben seines Vorgängers Adalbert [II. v. Walderdorff] hat er der Witwe Maria Anna Freifrau v. Buseck geb. v. Buttlar und dem Christoph Franz Freiherr v. Buseck, beiden als Vormündern über der ersteren minderjährigen Söhne , namentlich die Gebrüder Amand Joseph Ignaz und Leopold Christoph, sowie dem Konstantin Freiherrn v. Buseck die von denen v. Scharffenstein herrührenden Lehen verliehen. Diese bestehen aus einem Fuder Wein (der in seiner Beschaffenheit näher beschrieben wird) und einer Gülte von drei Pfund Heller aus den fuldischen Gütern im Dorf und in der Mark Dienheim, was alles an Martinstag nach Oppenheim bei Sonnenschein geliefert werden soll. Außerdem acht Morgen Ackerland und ein/zweidrittel Morgen Wiesenland mit einem Haus im Dorf Riedelsheim, verschiedene näher umschriebene Zehnten in Dorf und Mark Uelversheim sowie gen. Güter und Rechte zu Armsheim und Bechtolsheim. Zugleich wird die Erlaubnis erteilt, diese Rechte unbeschadet der Rechte des Stifts dem Johann Ernst Erbschenk v. Schmittburg weiterzuverleihen.
HStAD: B 14 Nr. 171; Regest nach acinsys.hessen.de

1783 November 3, Assenheim
Graf Johann Ernst Karl v. Solms bekundet, dass er dem Amand Karl Joseph Ignaz v. Buseck, zugleich für dessen Brüder Christoph Franz, Leopold Christoph und Konstantin, die Lehen, die deren Vorfahren vor dem Gericht Rödgen im Busecker Tal aufgetragen hatten, zu einem Mannlehen verliehen habe
HStAD: B 9 Nr. 1550; Regest nach acinsys.hessen.de

1792 März 20, Zweibrücken
Herzog Karl II. v. Zweibrücken, Pfalzgraf bei Rhein, bekundet: Er hat nach Abtretung des Oberamts Schaumburg 1787 von der Krone Frankreich dem Amand Karl Freiherrn v. Buseck, zugleich für dessen Geschwister Christoph Franz, Leopold, Konstantin, Leopoldina verh. v. Fechenbach und Louise, Witwe des Hugo v. Ebersberg gen. Weyhers, nunmehr verh. vom Stein, nach Recht und Gewohnheit des Herzogtums Lothringen die vom Oberamt Schaumburg lehnsrührige Herrschaft Eppelborn verliehen, bestehend aus den Orten Eppelborn, Calmesweiler, Bubach, Schaffhausen, Macherbach, Habach und den Bannbezirk von St. Peter zu Hilschershausen.
HStAD: B 14 Nr. 174; Regest nach acinsys.hessen.de

1792 März 20
Amand Karl Freiherr v. Buseck, Herr des Hochgerichts Herrschaft Eppelborn und Ganerbe des Buseckertals, hochfürstlich-fuldaischer Geheimer Rat und Oberamtmann zu Neuhof, bekundet: Er hat, gleichzeitig für seine Geschwister Christoph Franz, Leopold, Konstantin, Leopoldine verh. v. Fechenbach und Louise, Witwe des Hugo v. Ebersberg gen. Weyhers, nunmehr verheiratete vom Stein, nach Recht und Gewohnheit des Herzogtums Lothringen die vom Oberamt Schaumburg lehnsrührige Herrschaft Eppelborn gemäß dem darüber ausgefertigten Lehnsbrief gleichen Datums (Nr. 588) empfangen und dafür den Lehnseid geleistet.
HStAD: in F 28 Nr. 63 Bl. 7 – 9v: Undatierter Entwurf, Papier; Regest nach acinsys.hessen.de

1794 April 1, Wiesbaden
Fürst Karl Wilhelm v. Nassau-Saarbrücken bekundet: Lange Zeit hat die adelige Familie v. Buseck der Linie Eppelborn vom Gesamthaus Nassau-Saarbrücken einen vierten Teil am großen Zehnten zu Großen-Linden zu Lehen getragen, wie zuletzt nach dem Lehnsbrief von 1773 Dezember 14. Als Senior des Hauses Nassau-Saarbrücken hat er nun, zugleich namens seiner Vettern Fürst Heinrich Ludwig Karl Albrecht v. Nassau-Saarbrücken, Fürst Friedrich Wilhelm v. Nassau-Weilburg, seines Bruders Prinz Friedrich August v. Nassau-Usingen und des Prinzen Karl Wilhelm Friedrich v. Nassau-Weilburg, hat er nunmehr dem Amand Joseph v. Buseck als derzeitigem Lehnsträger der Familie, auch namens seiner beiden Brüder Christoph Franz und Leopold Christoph v. Buseck, zugleich namens der Söhne seines verstorbenen ältesten Bruders Konstantin, namentlich Friedrich, Karl Heinrich, Amand, Christian und Christoph, alle von der Eppelbornischen Linie, die gen. Mannlehen verliehen.
HStAD: B 14 Nr. 333; Regest nach acinsys.hessen.de

1794 Dezember 13, Fulda
Adalbert [III. v. Harstall], Bischof und Abt von Fulda, bekundet: Nach Ableben des Konstantin Freiherrn v. Buseck hat er Amand Joseph Ignaz, Christoph Franz, Leopold Christoph, Friedrich, Karl Heinrich, Amand, Christian und Christoph, alle Freiherrn v. Buseck,. diejenigen Güter und Rechte, die durch das Ableben der Dorothea Sophia v. Boxberg, geb. [v. ] Zastrow, an das Hochstift Fulda heimgefallen sind, und wie sie von seinem Amtsvorgänger [gem. Urkunde von 1746 Oktober 10] dem verstorbenen Ernst Johann Philipp Hartmann Freiherrn v. Buseck übertragen worden sind, verliehen, wie sie im Einzelnen nach Ausweis eines Lehnsverzeichnisses beschrieben werden.
HStAD: B 14 Nr. 175; Regest nach acinsys.hessen.de

1797 August 22, Darmstadt
Landgraf Ludwig X. v. Hessen bekundet: Er hat kraft der vom Kaiser Karl VI. mit Urkunde von 1725 Januar 19 lehnsweise erteilten commissio perpetua zusammen mit seiner landesfürstlichen Obrigkeit über das Buseckertal den Gevettern Ludwig Friedrich Christoph, Christoph Franz Amand, Amand Joseph Augustin, Leopold Christoph Philipp, Friedrich Alexander, Ludwig Franz Wilhelm und Friedrich Ludwig v. Buseck die von diesem Kaiser gem. Lehnsbrief von 1717 Dezember 24 verliehenen Reichslehen erneuert, unschädlich der Dienste gegenüber dem Kaiser und dem Reich sowie seiner eigenen und aller anderen Rechte. Ein Bevollmächtigter der Ganerben hat den Lehnseid geleistet.
HStAD: B 14 Nr. 102; Regest nach acinsys.hessen.de

1800 Februar 14, Wiesbaden
Fürst Karl Wilhelm v. Nassau-Saarbrücken bekundet: Die adelige Familie v. Buseck der Linie Eppelborn ist zuletzt mit Urkunde von 1794 April 1 vom Gesamthaus Nassau-Saarbrücken mit einem Viertel am großen Zehnten zu Großen-Linden zu einem Mannlehen belehnt worden. Als dermaliger Senior des Hauses, auch für seinen Bruder Prinz Friedrich August v. Nassau-Usingen, auch für Prinz Karl Wilhelm Friedrich v. Nassau-Weilburg, hat er nunmehr dem Leopold Christoph v. Buseck als derzeitigem Lehnsträger der Familie, zugleich für dessen Bruder Christoph Franz v. Buseck sowie die fünf hinterlassenen Söhne ihres ältesten Bruders Konstantin, namentlich Friedrich, Karl Heinrich, Amand Christian und Christoph, alle von der Eppelbornischen Linie der Familie v. Buseck, das gen. Lehen verliehen.
HStAD: B 14 Nr. 329; Regest nach acinsys.hessen.de

1800 Juli 9, Fulda
Adalbert [III. v. Harstall], Bischof und Abt zu Fulda, bekundet: Nach Ableben seines Geheimen Rats und Oberamtmanns Amand Joseph Ignaz Freiherrn v. Buseck hat er Christoph Franz, Leopold Christoph Friedrich, Karl Heinrich, Amand, Christian und Christoph, alle Freiherren v. Buseck,. diejenigen Güter und Rechte, die durch das Ableben der Dorothea Sophia v. Boxberg, geb. [v. ] Zastrow, an das Hochstift Fulda heimgefallen sind, und wie sie von seinem Amtsvorgänger [gem. Urkunde von 1746 Oktober 10] dem verstorbenen Ernst Johann Philipp Hartmann Freiherrn v. Buseck übertragen worden sind, verliehen, wie sie im einzelnen nach Ausweis eines Lehnsverzeichnisses von 1673 beschrieben werden.
HStAD: B 14 Nr. 176; Regest nach acinsys.hessen.de


Quellen:

Literatur:
J. Friedrich Battenberg: Archiv der Familie von Buseck und der Ganerbschaft Buseckertal (Bestände B 14 und F 28). Darmstadt 2000
Hans Joachim Berbig: Das Kaiserliche Hochstift Bamberg und das Heilige Römische Reich vom Westfälischen Frieden bis zur Säkularisation. Wiesbaden 1976 (Beiträge zur Geschichte der Reichskirche in der Neuzeit 5)
Günter Dippold: „Zerstörung mit Sammetpfötchen“. Anmerkungen zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg. Auf: www.bezirk-oberfranken.de


  • 1
    Kirchenbuch Jagstberg
  • 2
    Kirchenbuch Bamberg, St. Peter und Georg
  • 3
    Auszug aus einer Polemik des Gregoriätsch von Tannenberg gegen die untergehenden Hochstifte Bamberg und Würzburg aus: Günter Dippold: „Zerstörung mit Sammetpfötchen“. Anmerkungen zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg, Seite 6
  • 4
    Aussage des bayerischen Kommissär, Franz Wilhelm Freiherr von Asbeck aus: Günter Dippold: „Zerstörung mit Sammetpfötchen“. Anmerkungen zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg, Seite 6
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