Sophia Elisabeth v. Buseck gen. Münch (PN 4725)
Familienübersicht auf Tafel 4 c
| Vater: Johann Philipp v. Buseck gen. Münch | Mutter: Sophie Marie v. Steinling |
| Geboren: ca. 1662 | Getauft: |
| erwähnt: von 1676 | |
| Verstorben: | Bestattet: 15. Juni 1734 in Londorf 1KB Londorf |
| Eheschließung: 05. September 1694 in Großen-Buseck (Ehevertrag unterzeichnet) | |
| Ehepartner: Hieronymus Franciscus de Leslie |
| Kinder: Name | Geboren | Verstorben / erwähnt |
| Johanna Magdalena de Leslie | 04. März 1691 in Londorf oo 18. Januar 1718 in Londorf2KB Londorf Adolph Reinhard v. Nordeck zur Rabenau | 20. April 1764 in Londorf3KB Londorf, verstorben im Alter von 74 Jahren. War über 14 Jahre krank und lag über 1/4 Jahr auf ihres schmerzens bette |
Zur Person:
Am 5. September 1694 wird in Großen-Buseck der Ehevertrag zwischen dem Baron Hieronymus Franciscus de Leslie und dem wohlgeborenen Fräulein Sophia Elisabeth v. Buseck gen. Münch unterzeichnet.
Baron Hieronymus Franciscus de Leslie aus dem Hause Ballaquine war Schotte. Er gehörte dem in Schottland üblichen katholischen Glauben an. Das Busecker Tal war zu dieser Zeit bereits evangelisch.
Wie unser Baron de Leslie ins Busecker Tal kam oder wo und wie er Sophia Elisabeth kennenlernte, ist uns nicht bekannt. Das Ehepaar de Leslie wird seinen Wohnsitz gleich im Schloß genommen haben. Im Testament ihres Onkels, Crafft Adam v. Buseck gen. Münch, wird ihr jedenfalls das Wohnrecht im Schloss zugesprochen. Dort heißt es: „… meiner Baaße von Leslie soll in diesem grosen münchischen Hauße so lang subsistiuma (= ihren Lebensunterhalt finden), biß dero selben Ihre Versprochene Heirathsgelder gereicht werden, Ich habe auch das Vertrauen In meine beyden Herrn Vettern, Sie werden Ihr H… Sie nicht selbsten solche Wohnung besitzen oder zu bewohnen nötig haben, auch nach ausgezahlten Heirathsgeldern dieselben umb billigen Zinß (verbleiben lassen)“.
Das Vertrauen Crafft Adams in seine Neffen Wilhelm Moritz und Friedrich Ludwig, den Brüdern Sophia Elisabeths, war gerechtfertigt. Wie aus einem Protokoll des Jahres 1711 hervorgeht, identifizierte die Bevölkerung das Schloss mit dem Baron de Leslie. In diesem Protokoll ist vom Schloss immer als dem „adel. v. Leslie‘schen Hause“ die Rede und das, obwohl Baron de Leslie, nach eigenen Angaben, bei seinen Schwägern zur Miete wohnte und nur „ein oder zwey stuben etliche Kammers“ darin hatte.
Das Ehepaar de Leslie wohnte wohl über 30 Jahre im Schloß. Der Baron stirbt am 26.10.1728 in Großen-Buseck4Eintrag im Kirchenbuch Großen-Buseck 1728: „26t oct ist J S H Obrist Wachtmeister de Lehle gestorben und weilen papistisch gelebet auch noch den letzten morgen als auf begehren zum andern ….. Mahl ich ihn besagt und mit … segnen gedient so gestorben worauf nach Hflich vor Ordnung angefragt kein special antwort auf meine Frag sonder ver weiß zur gedacht Ordnung gegeben mithin anhand zu geben daß … und still alles geschehen zu laßen Welches große Verdruß gemacht daß auch H. v. der Rabenau 2 Tag in Gießen zu bracht doch nichts … außer … als daß H. Selzam eine Sermon gehalten nur in Hof und Kirch gesinget worden … auf consist befehl unsv ein anidens gereicht worden“.. Da er katholisch war, durfte er nicht einfach in der evangelischen Kirche, oder dem darum liegenden Friedhof begraben werden. Sein Schwiegersohn v. Nordeck zur Rabenau musste in Gießen um Genehmigung ersuchen, damit der Pfarrer eine ordentliche Bestattung ausrichten konnte. Die ganze Angelegenheit machte ziemlichen Verdruss. Es endete damit, dass der Pfarrer für den Baron de Leslie eine Rede im Hof hielt und Ihm in der Kirche gesungen wurde.5lt. einem Schreiben wegen der Orgel im Kirchenarchiv Großen-Buseck vom 23.2.1753 wurde der Obristwachtmeister von Leslie in der Kirche im Münchische Begräbnis bestattet.
Nach seinem Tode ist Sophia Elisabeth anscheinend zu ihrer Tochter Johanna Magdalena v. Nordeck zur Rabenau6FB GBu 624 nach Londorf gezogen. Dort stirbt sie am 15.6.1734 im Alter von 79 Jahren.
Dass bei der Münchschen Erbteilung das Schloss Johanna Magdalena zugeschlagen wird, dürfte sicherlich an ihrer persönlichen Bindung zum Schloss liegen. Sie ist nach vorliegenden Unterlagen im Schloss aufgewachsen.
überarbeiteter Nachdruck aus: Elke Noppes, Das Ehepaar de Leslie. Veröffentlicht in: Das Schloß in Großen-Buseck, S. 56
Belege:
1676
Konfirmiert in Winnerod 7FB Winnerod Bersrod Nr. 135
Quellen:
KB Londorf = Kirchenbuch Londorf
archion.de
Literatur:
Rainer Bunz: Die Freiherren von Leslie aus Speyer – Ein Nachtrag; Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz Bd. 108 (2010) S. 95-120
Hanno Müller: Großen-Busecker Familienbuch; Fernwald-Steinbach 1993 = FB GBu
Hanno Müller: Familienbuch Winnerod Bersrod Kreis Gießen, Fernwald-Steinbach 2002
Elke Noppes, Ilse Reinholz-Hein, Albrecht Kaul: Das Schloß in Großen-Buseck; Frankfurt 1997
- 1KB Londorf
- 2KB Londorf
- 3KB Londorf, verstorben im Alter von 74 Jahren. War über 14 Jahre krank und lag über 1/4 Jahr auf ihres schmerzens bette
- 4Eintrag im Kirchenbuch Großen-Buseck 1728: „26t oct ist J S H Obrist Wachtmeister de Lehle gestorben und weilen papistisch gelebet auch noch den letzten morgen als auf begehren zum andern ….. Mahl ich ihn besagt und mit … segnen gedient so gestorben worauf nach Hflich vor Ordnung angefragt kein special antwort auf meine Frag sonder ver weiß zur gedacht Ordnung gegeben mithin anhand zu geben daß … und still alles geschehen zu laßen Welches große Verdruß gemacht daß auch H. v. der Rabenau 2 Tag in Gießen zu bracht doch nichts … außer … als daß H. Selzam eine Sermon gehalten nur in Hof und Kirch gesinget worden … auf consist befehl unsv ein anidens gereicht worden“.
- 5lt. einem Schreiben wegen der Orgel im Kirchenarchiv Großen-Buseck vom 23.2.1753 wurde der Obristwachtmeister von Leslie in der Kirche im Münchische Begräbnis bestattet.
- 6FB GBu 624
- 7FB Winnerod Bersrod Nr. 135
