Belege zur Scheidemühle

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1674 Februar 2
Kundt unndt zu wiisen seye hiermit Jemänniglich, daß an heut zu endgemeltem dato ein auffrichtiger, redlicher, ewiger undt unwiderrufflicher Erbkauff undt Verkauff abgeredt und beschlossen worden, zwischen deme HochEdelgebohren, Gestrengen undt  Manvesten Herrn, Herrn Rudolph Eberharden von Buseck, RittMeister, HochAdl. MitVierrern undt Ganerben deß Buseckerthals an Einem = So dan deme Erbaren Hans Schönen Gerichts Schöffen undt Einhabern der bey Großenbuseck im Buseckerthale gelegenen so genanten Scheiden Mühl (welche Mühl Georg Hormel der älter von Wisseck vor kurzen Jahren von der Adelichen Fraw von Buchenaw, gebohrnen von Rodenhausen zu Daubrig, vor und umb Vierhundert Gülden, davon ieder zu 27 alb in 8 Pfennig gerechnet, erblich erkauff, undt diessem Hans Schönen gegen die bey Wiesseck gelegene Struppische Mühl also widerumb vertauscht hat.) am andern Theil, undt zwar folgend gestalt: Eß verkaufft nehmlich undt gibt in […], als das von Rechtswegen am kräfftige undt änständigsten geschehen soll, kann od mag, HochEdelbesagtem Herrn Rittmeistern von Buseck p obberührten Hans Schön hiermit undt kraft diesses zu kauffen, cediert auch so baldt gegen die erste anrifft deß Kauffschillings, diemehrm als bemelde Scheiden Mühl sambt aller Zugehör an Ackern, wiesssen undt Gartten, undt waserley es ist undt für Nahmen hat, mit dem Mühlen= oder Wasser Graben bis an das Wehr, wie derselbe itzo geführt wirdt, erblich, einig undt unwiderufflich; Dargegen verspricht der Herr RittMeister Ihme Hans Schön vor solche Scheiden Muhl und deren Zugehör die obbemelten 400 fl KauffGeldes, sambt noch Zwey Hundt solcher Gulden, vor angewantete Baw- und moliorations kosten, und also Eins vor alles Sechshundert Gulden, davon iedem zu 27 alb in 8 Pfennig gerechnet zu geben, undt folgenter Gestalt zu bezahlen: Undt zwar hat mehr HochEdelgedachter Herr Kauffer dem VerKauffer Hans Schönen […] bey Einhändigung diesser Kauff notul an gutem baarem Geld in einer unZerteilten Summa drey hundert Gulden vorbeschriebener Wehrunge zur Angriff gelieffert, wird auch über deren Empfang von dem Verkauffen hiermit beßer Masen quittirt; Ferner will der Herr RittMeister Ihme Hans Schönen Einhundert Gulden uff nechst künfftigen Jacobi, und die übrige zwey hundert Gulden, alles obiger Wehrung, uff nechst künfftigen Michäelis tag diesses 1674igsten Jahres unfehlbar Zahlen undt liffern, wofür biß zur Endt und gänzlicher Zahlung der obbemelten 600 fl der Scheiden Mühl dem Ver Kaufer Hans Schönen zum austrüklichen undt Pfandtsatz und bleibe gegen Erlegung der letzten Zahlung aber, der Verkauffer den hochAdelichen Herrn Käuffer behörigen Kauff- undt Wahrschaffts Brieff tradieren undt liffern soll.
Demnach auch wegen deren von Buchenaw der Schaudanzische dochter Man, Herr Johan Tobias Cholius, Fürstl. Darmstädttischer Ambtsverweser zu Umbstatt, uff so thane Mühl, als ein Buchenauisches Guth annoch protension1Ausdehnung macht; so ist bey diesem contracte wohl bedächtlich abgeredt undt verglichen, daß hochEdelgedachter Herr RittMeister alß Kauffer solch anforderungs Posten, undt was uff den unverhoftten falle sonßt von deren von Buchenaw wegend weiter darauff plutendiert werden möchte, auff seinen Kosten ausführen undt in oro[.]tum ohne deß Verkauffers Hans Schönen zu thun, Kosten od Schaden undt ohne einzigen Abzug der versprochenen 600 fl abtragen soll undt will.    Im Fall aber Hans Schön mit deme Ambtsverweser Herrn Cholid wegen seiner pratension undt deren offgesachten Zahlung irgendt sich eingelassen, undt die pratendirte Zahlung agnoscirt hatte, als dan soll undt will der Herr RittMeister, so viel diesse  H Choly pratension anlangt, weder zu einiger ausführung od abtragung obligiert und gehalten, sondern der Verkauffer Hans Schön darfür zu sehen, undt es auff seinen Kosten allein außzuführen, undt, wie auch die Jenige Schulden, so Er vor sich auff die Mühl Zeit seiner Einhabung etwan gemacht undt uffgenomen hatte, allein undt ohne Zuthun deß Herrn Rittmeisters zu Zahlen schuldig undt Kraft dieses gehalten seyn soll undt will, alles trewlich undt sond Gefahrde. Dessen zu wahrer Urkundt haben obbenante beyderseits Contrahenten diessen contracts Brieffs, so in duplo ausgefertiget, undt iedem Theil ein Exemplar Zugestellt worden, nicht nur vor sich eigenhändig handschrieben und respectivè gesiegellt, sondern auch deme HochEdelgebohrnen Herrn, Herrn Crafft Adamen von Buseck, genant Münch, HochAdl. Mitvierern und Gan Erben deß Buseckerthals p respectivè freundlich undt undthänig gebetten, diesen contract in malorom fidem et corroborationem neben Ihnen mit zu unterschreiben undt zu siegeln, Welches also iedoch Ihme ohne Nachtheil, geschehen uff Purificatioris Maria Montag2Halbmondzeichen den 2. February Ao 1674
gesiegelt und unterschrieben: Rudolf Eberhardt von Buseck; Craft Adam von Buseck gnt. Münch 
unterschrieben: Hans Schön
HStAD E 12 Nr. 15/14

1826-1827
Ausscheiden der Mühlenabgaben in der Gemarkung Großen-Buseck
HStAD, G 31 B, 47/2

1845 September 15 Großen-Buseck
1604) Der Unterzeichnete beabsichtigt, seine in der Großenbusecker Gemarkung, Kreises Gießen, gelegene Mühle, die sog. Scheidemühle, nebst dem darzu gehörenden, unmittelbar bei derselnen gelegenen, in circa 42 Wetterauer Morgen bestehenden Gelände
Montag den 27 October d. J., Morgens 10 Uhr,
im Gasthaus des Wirths Becker (Promenadehaus) zu Gießen, öffentlich meistbietend versteigern zu lassen.
Die Mühle liegt 2 Stunden von Gießen, unweit der von Gießen nach Fulda hinführenden Landstraße, mit welcher sie durch einen neu angelegten Vicinalweg in Verbindung steht, und enthält zwei Mahlgänge, mit welchen eine Schlagmühle verbunden ist. Das Gefäll der Mühle beträgt 26‘ Hess. Maaßes und die Wasserkraft ist so bedeutend, daß solche selbst bei dem niedrigsten Wasserstand zum vollständigen Geschäftsbetrieb ausreicht.
Die Hofraithe besteht aus einen 2stöckigen Wohnhaus mit Mühlbau, einem besonderen Schlagmühlbau, Scheuer, Holzschoppen, hinlänglicher Stallung mit Futterboden. Sämmtliche Gebäude, sowie das Mühlwerk und Feldgut befinden sich im besten Zustande. Das Gut besteht aus 30 Morgen Ackerland, 10 Morgen Wiesen und 2 Morgen theils Buchen- theils Nadelholz-Wald.
Durch ihre äußerst günstige Lage eignet sich die Scheidemühle zu jedem Geschäft, dessen Betrieb Wasserkraft erfordert.
Großenbuseck den 15. September 1845. Friedrich Burk.
Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen No 77 1845 vom 24. September

1846 Mai 20 Großen-Buseck
885) Mühlen- und Güterversteigerung zu Großenbuseck
Freitag den 28 d. M., des Mittags um 12 Uhr,
soll auf freiwilliges Anstehen des Herrn Werner Ramspeck aus Alsfeld die sogenannte Scheidemühle nebst dem dazu gehörigen Gute bei Großenbuseck Kreises Gießen gelegen, bestehend in einem zweistöckigen Wohnhaus mit Mühlbau, einer besonderen Schlagmühle, eine Scheuer, Schoppen, Stall mit Backhaus, die Gebäude, sowie Mühlwerk und Feldgüter, bestehend aus Acker und Wiesen, circa 23 Normalmorgen, sich sämmtlich in guten Stande befindend, in der Wohnung des Beigeordneten Siegfried zu Großenbuseck unter vortheilhaften Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden.
Großenbuseck den 20. Mai 1846. In Auftrag Der Bürgermeister Schwalb.
Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen No 51 1846 vom 27. Juni

1848 März 31 Großen-Buseck
631) (Großenbuseck.)
Mühlenversteigerung. Freitag den 7. April, Vormittags um 11 Uhr,
soll die sog. Scheidemühle bei Großenbuseck, bestehend in einem Mühlbau, Schlagmühle mit Holzschoppen, Scheuer mit Stall und Backhaus, an Karl Schwabe gelegen, J. S. Löb Bock in Gießen, nebst den dazu gehörigen Grundstücken in der Wohnung des Beigeordneten Siegfried öffentlich meistbietend versteigert werden.
Großenbuseck den 31. März 1848. Der Bürgermeister Schwalb.
Anzeigeblatt für die Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen No. 28 1848 vom 5. April


Quelle:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg
UB Gießen = Universitätsbibliothek Gießen, Uniarchiv
UniA Gießen = Universitätsarchiv Gießen
GemA Buseck = Gemeindearchiv Buseck

Literatur:
Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen
Anzeigeblatt für die Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Grünberg und Hungen
Albrecht Eckhardt: Klosterarchive : Regesten und Urkunden Teil: 8 : Die oberhessischen Klöster ; Dritter Band 1. Hälfte Regesten; Marburg 1977
Albrecht Eckhardt: Klosterarchive : Regesten und Urkunden Teil: 8 : Die oberhessischen Klöster ; Dritter Band 2. Hälfte Texte und Indizes; Marburg 1988


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