Edelkastanie

Edelkastanie in 2006

Edelkastanie 2006
(c) Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.

Kurzinfo

Castanea sativa – ist eine Edel- auch Esskastanie. Sie ist seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum verbreitet und kam vermutlich mit den Römern in unsere Gefilde. Ihre Früchte sind Nüsse, sie enthalten wenig Fette aber reichlich Kohlenhydrate.
Neben der Edelkastanie finden sich auch mehrere Roßkastanien im Park, z. B. in der Nähe des Einsiedlerhäuschens.

Roßkastanien (Aesculus hippocastanum) … Dieser 10-20m. hohe Baum stammt aus den Bergwäldern des Balkans und Vorderasiens. Er wurde nachweislich 1576 von Konstantinopel nach Frankreich einge­führt. Die Blätter dieses relativ kurzlebigen Baumes sind, abweichend von denen heimischer Ge­hölzarten, sehr groß und gefingert. Nach dem Abfallen im Herbst bleiben große hufeisenförmige Nar­ben zurück. Die aufrechtstehenden Blütenstände enthalten neben zwittrigen auch rein männliche, selten auch rein weibliche Blüten. Die Entwicklung erfolgt vorweiblich, d.h. meist entwickeln sich erst die Griffel, dann die Staubgefäße.

Rosskastanie, junge Blätter die Blüte ist noch geschlossen.
Roskastanie

Der Nektar, der bis zu 70% Zucker aufweisen kann, entsteht nur in einer ganz kurzen Phase, die den bestäubenden Hautflüglern durch gelbe Saftmale signalisiert wird. Später erfolgt ein Farbwechsel von Orange nach Rot. Die Staubbeutel enthalten extrem viele Pollen, für einen einzelnen Blütenstand hat man eine Menge von 42 Millionen hochgerechnet.

Die Kapsel­frucht ist mit kurzen grünen Stacheln besetzt, eine Analogie zur Eßkastanie. Die braunen „Nüsse“ mit dem weißen Na­belfleck werden als Rollfrüchte bezeichnet, weil sie beim Zerplatzen der Schale da­von rollen. Roßka­stanienfrüchte werden vom Wild, besonders von Hirschen, gern gefressen. Für den Menschen sind sie wegen eines Bitterglykosids ungenießbar, wurden aber in Hungerzeiten zu Ka­stanienmehl aufbe­reitet, das zum Strecken von Getreidemehl diente. Die klebrigen Knospen, Blätter und Holz sind an­sonsten schwach giftig. Roßkastanienextrakt hilft gegen Ödeme und bei Venenlei­den.

Rosskastanie - Kastanien im Herbst

Rosskastanie 2006
(c) Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.

Edelkastanie männliche Blüte
Edelkastanie
Edelkastanie - im Herbst

Die Edelkastanie in 2006
(c) Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck e. V.

Roßkastaniengewächse bilden eine enge Familie. „Roß“ soll die Minderwertigkeit gegenüber der Edelkastanie (castanea sativa) ausdrücken. Diese gehört hingegen zur Familie der Buchenge­wächse. Ein Exemplar steht gegenüber dem Denkmal des Freiherrn v.Nordeck zur Rabenau und bleibt wegen den mit spitzen Stacheln besetzten umherliegenden Fruchtkapseln nicht unbemerkt. Die Heimat des bis zu 30m hohen Baumes ist rund um das Mittelmeer zu suchen. Sicher haben die Rö­mer bei seiner Verbreitung in Mitteleuropa mitgeholfen, da die Maronen für sie ein wertvolles Nah­rungsmittel darstellten. Wildwachsend, wenn auch nur wenige verkümmerte Früchte tragend, findet man ihn heute noch im Taunus, in der Gegend von Butzbach, direkt am Limes. Eßkastanien gehören zu den windblütigen Pflanzen mit langem männlichen, Blütenstaub abgebenden Ähren und kleinen dreiblü­tigen weiblichen Blütenständen. Der etwas strenge Geruch der Blüten lockt Käfer, aber auch Bienen an, die, wenn es in der belaubten Krone an Wind fehlt, die Bestäubung vornehmen.
Die Stärke, Zucker und Fett enthaltenden Früchte dienten auf dem Balkan und im Tessin vor Einfüh­rung der Kartoffel als wichtigste Ergänzung zur Getreidenahrung. Heute werden bei uns im Herbst auf den  Märkten und auf Volksfesten geröstete Maronen als Leckerbissen angeboten. Zu Püree ver­arbeitet finden sie Verwendung in Konditoreien. Kastanienholz ist hellbraun, wird mit der Zeit aber dunkler. In der Qualität steht es dem Eichenholz nahe, reißt aber leicht. Da es reich an Gerbsäure ist, findet es auch in der Gerberei Verwendung. In den letzten Jahren breitet sich in den Tessiner Kasta­nienwäldern eine aus Nordamerika stammende Pilzkrankheit (Rindenkrebs) aus, gegen die es bis heute leider noch kein Bekämpfungsmittel gibt
.“ 1Lied, S. 134f


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Freundeskreis Busecker Schlosspark e. V. und dem Heimatkundlichen Arbeitskreis Buseck e. V.


Quellen:


Literatur:
Herbert Lied: Exotische Bäume im Schloßpark. In Noppes et al.: Das Schloß in Großen-Buseck, Frankfurt am Main 1997, S. 131-135


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    Lied, S. 134f
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