Johann Eitel v. Buseck gen. Brand
(PN 2028)

Familienübersicht auf Tafel 2 c

Vater: Johann Friedrich Philipp v. Buseck Mutter: Sophia Catharina v. Breidenbach gen. Breitenstein
Geboren: 14. Februar 1680 in Alten-Buseck 1Paten: der wohlgeborne Herr Herr Eytell von Ber.. zu Witterdorf, der wohlgeborne Herr Johann Eytell von Hangstlöw zu …, die wohl geborne Fräulein Maria Sophia LündemannGetauft: ebenfalls 14. Februar 1680 in Alten-Buseck
Verstorben: 27. März 1741 in GießenBestattet: 30. März 1741 in Alten-Buseck
Eheschließung: I. oo 05. Mai 1696 in Alten-Buseck
Ehepartner: Catharina v. Rodenhausen

Eheschließung: oo 29. Oktober 1721 in Darmstadt 2im Hause v. Gemmingen

Ehepartner: Amalie v. Uetterodt
Kinder:
Name

Geboren

Verstorben / erwähnt
I.ooClara Margaretha Helena Friederica1697
I.ooFriedrich Ludwig1698
I.ooSophia Philippina1700
I.ooGeorg Wilhelm1702
I.ooMoritz17051743
I.ooElisabeth Beata Philippina Clara1707
Sophia Ernestina17221782
Christian Friedrich Ludwig Gustav17231724
Dorothea Philippina Henrietta17241729
Amalia Frederica17271728
Ludwig Friedrich Christoph17291804

Zur Person:

Die erste Ehe und die Kinder erster Ehe (alle rot) sind falsch zugeordnet gewesen. Sie gehören zu Wilhelm Eitel Eberhard v. Buseck. Im Kirchenbuch Alten-Buseck wird zwar als Vater Johann Eitel v. Buseck angegeben, jedoch ohne den Beinamen Brand. Mutter der Kinder ist Catharina v. Rodenhausen.
Johann Eitel v. Buseck gen. Brand wäre bei der Eheschließung erst 16 Jahre alt gewesen.

1702 – Fähnrich
1717 – Capitain vom fürstlichen Crayß=Regiment 3HStAD E 12 Nr. 52/4
1724 – Hauptmann
1720 – hessen-darmstädtischer Cammer Junker und Major 4HStAD E 12 Nr. 16/6
1729 – Major
Stirbt im Range eines Obristlieutnants des Prinz Georgen Regiment zu Hessen-Darmstadt, stationiert in Gießen.
Zum Totengeleit des Johann Eitel v. Buseck gen. Brand. hat sich uns ein Bericht aus dem Jahre 1741 erhalten 5HStAD E 8 Nr. 1/1. Dieser war in Gießen verstorben und wurde am 30. März 1741 zum Begräbnis nach Alten-Buseck überführt. Nach Aussage des Kirchenbuches verstarb er im Alter von 55 Jahren, womit er noch aktiv in Diensten des Prinz Georgen Regiment zu Hessen-Darmstadt gestanden haben könnte, welches in Gießen stationiert war.
Philip v. Freudenberg berichtet am 1. April 1741 folgendes nach Darmstadt über den Trauerzug 6HStAD E 8 B Nr. 1/1: Demnach soll es sich um das ortsübliche Reglement handeln, nach dem v. Freudenberg 300 Mann zur Verabschiedung des Leichnams zusammenstellen möchte. Diese hohe Anzahl von Soldaten lässt sich nicht aus den diensthabenden Regimentern vor Ort bestreiten. Freudenberg muss Soldaten aus dem Urlaub zurückholen und zudem aus Wetzlar Verstärkung hinzubitten. Alles was dort für einen Tag entbehrlich ist wird nach Gießen abgeordnet.
Es reichte nicht ganz für die gewünschte Vorgabe. Freudenberg bekam lediglich 219 Personen zum Gewehr zusammen.
Sogleich sollte die Leiche durch 30 Mann Grenadiere bis nach Alten-Buseck eskortiert werden. Der Capitain v. Welling, ein Tochtermann des Bruders des Verstorbenen, wollte es aus Kostengründen bei diesen 30 Personen belassen. Freudenberg lehnte dies ab. Die gesamte Eskorte startete am place d’armes (beim Zeughaus) zum Sterbehaus. Dort hielt Philipp v. Freudenberg Rücksprache mit seinem Bruder dem Obristen und Kommandanten Johann Adolf Gottlieb v. Freudenberg. Es wurde über das weitere Vorgehen unter Berücksichtigung eines von der Hochfürstlichen Durchlaucht erteilten Befehles gesprochen. Beide entschieden, dass der Leichnam in Begleitung der gesammten Manschaft durch die Stadt zum Walltor hinaus eskortiert wurde. Hinter dem Walltor wurde unter weiterer Begleitung des Trauerwagens eine dreifache Salve abgefeuert. Im Anschluss begleiteten ein Capitain, ein Lieutnant, zwei Sergeanten, zwei Corporale, zwei Trommler, zwei Pfeiffer und 42 Grenadiere den Zug bis nach Alten-Buseck. Angeordnet waren scheinbar 100 Personen Begleitung bis Alten-Buseck. Freudenberg erklärt in dem Schreiben den Grund warum dies nicht möglich war. Zum einen mussten die aus Wetzlar abgeordneten Soldaten noch am selben Tag dorthin zurück. Zudem waren die Gießener Stadttore in der Zeit des Trauerzuges von Gießener Bürgern bewacht worden. Dies wollte man den Bürgern nicht zu lange überlassen, da dies durch passierende Gesandschaften und anderen Passagieren einen Missstand verursachet hatte.
Freudenbergs Bruder, der Obrist und Commandant, meinte nichts anderes verantworten zu können als den Leichnam mit einer reduzierten Anzahl von Grenadieren nach Alten-Buseck zu schicken. Die Abordnung Gießener Grenadiere hat den Leichnam des Ganerben unter dem Abtrommeln des Totenmarsches bis in die Alten-Busecker Kirche eskortiert wo er gegen 3 Uhr im v. Buseck gen. Brandischen Erbbegräbnis neben der Kanzel bestattet wurde. Die Eskorte war gegen 5 Uhr wieder in Gießen angekommen. 

Belege:

1697 Mai 21, Festung Gießen
Landgraf Ernst Ludwig v. Hessen bekundet: Er hat nach dem Ableben des Johann Friedrich Philipp Brand v. Buseck dessen hinterlassenen sechs Söhnen, namentlich Georg Ludwig, Friedrich Philipp Moritz, Johann Reinhard, Johann Balthasar, Wilhelm Philipp und Johann Eitel Brand v. Buseck, die Burg zu Alten-Buseck mit allem Zubehör, wie es zuletzt gem. Lehnsbrief von 1679 Oktober 16 Johann Friedrich Philipp Brand v. Buseck inne hatte, zu einem Mannlehen verliehen.
in HStAD B 14 Nr. 289, Regest nach arcinsys.hessen.de

1697 Mai 21, Festung Gießen
Dr. iur.utr. Simon Niklas Orth, advocatus ordinarius und bestellter Syndikus der Stadt Gießen, bekundet: Er hat in Vollmacht der Gebrüder Georg Ludwig, Friedrich Philipp Moritz, Johann Reinhard, Johann Balthasar, Wilhelm Balthasar 7Wilhelm Balthasar steht in der Vollmacht des Syndikus, jedoch nicht im inserierten Lehnsbrief. Da ein Bruder Wilhelm Balthasar ansonsten nicht bekannt ist, handelt es sich hier um einen Schreibfehler des Ausstellers der Urkunde., Wilhelm Philipp und Johann Eitel Brand v. Buseck von Landgraf Ernst Ludwig v. Hessen gem. inseriertem Lehnsbrief gleichen Datums die Burg zu Alten-Buseck, mit allem Zubehör, wie es zuletzt gem. Lehnsbrief von 1679 Oktober 16 Johann Friedrich Philipp Brand v. Buseck inne hatte, zu einem Mannlehen erhalten. Er verspricht, sich an diesen Lehnsbrief halten zu wollen, wie er durch seinen Eid bekräftigt.
HStAD B 14 Nr. 289, war A 5 Nr. 46/8 , Regest nach arcinsys.hessen.de

1697-1739
Obristleutnants: Johann Hermann Schenk zu Schweinsberg, v. Beehorn, v. Schenk, v. Clement, Philipp v. Freudenberg, Carl Sigmund v. Dernbach, Johann Eitel v. Buseck im Regiment Schrautenbach. Einschlag: Druck eines Erlasses von Landgraf Ernst Ludwig zur Türkensteuer, 30. August 1718
HStAD E 8 B Nr. 184/5, Regest nach arcinsys.hessen.de

1706 Mai 14, Wien
Kaiser Joseph [I.] bekundet: Bonifacius, Volprecht Ludwig, Wilhelm Moritz, Georg Friedrich Kraft, Friedrich Ludwig, Georg Ludwig, Friedrich [Philipp] Moritz, Johann Reinhard, Johann Balthasar [Ludwig], Johann Philipp, Johann Eitel, Ernst, Christian Ludwig und Johann Christoph, sämtlich Ganerben v. Buseck [und v. Trohe], haben um eine Erneuerung des vom Reiche zu Lehen gehenden Buseckertals gebeten, wie es vorher von dem verstorbenen Kaiser Leopold I. verliehen worden ist. Auf diese Bitte hin hat er das gen. Lehen erneuert. Daraufhin hat Wilhelm Moritz Mönch v. Buseck namens der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet. – Kanzleivermerk: Ad mandatum Sacrae Caesareae Maiestatis proprium C. F. Consbruck
HStAD Bestand B 14 Nr. 120

1706 November 9, Großen-Buseck
Die sämtlichen Vierer und Ganerben des Geschlechts v. Buseck im Buseckertal, namentlich Volprecht Ludwig und Georg Friedrich Kraft v. Buseck, Reinhard Ludwig, Georg Ludwig, Friedrich [Philipp] Moritz, Johann Reinhard und Johann Eitel Brand v. Buseck, bekunden: Sie sind dem Christoph Johann v. Friesenhausen, Erbherrn zu Maspeck, Assessor des Reichskammergerichts, sowie dessen Ehefrau Maria Eva geb. Sturmfeder v. Oppenweiler eine Summe von 1.000 Reichstalern, je zu 45 alten Albus in 8 Pfennigen oder 90 Kreuzern gerechnet, schuldig geworden, die ihnen als Darlehen gegeben worden ist. Sie versprechen einen fünfprozentigen jährlichen Zins und verpfänden für das Darlehen den Samtzehnten in den 9 Dorfschaften des Buseckertals, der jährlich über 100 Achtel Frucht einbringt. Im Falle dass dieser nicht ausrecht, soll der Bedhafer der buseckischen Untertanen in einer Höhe von 500 Achteln verpfändet sein.
HStAD B 14 Nr. 66, Regest nach arcinsys.hessen.de

1717 Dezember 24, Wien
Kaiser Karl VI. bekundet: [Franz] Wilhelm Moritz, Friedrich Ludwig, Georg Ludwig, Amandus, Friedrich Philipp, Johann Reinhard, Johann Eitel, Ernst Johann Philipp, Johann Christoph und Christian Ludwig, Gebrüder, und Vettern, Vierer und Ganerben zu Buseck [und v. Trohe], haben um eine Erneuerung des vom Reiche zu Lehen gehenden Buseckertals gebeten, wie es vorher von dem verstorbenen Kaiser Joseph I. verliehen worden ist. Auf diese Bitte hin hat er das gen. Lehen erneuert. Daraufhin hat Ernst Johann Philipp v. Buseck namens der übrigen Ganerben den Lehnseid geleistet. – Kanzleivermerk: Ad mandatum Sacrae Caesareae Maiestatis proprium E.F. v. Glandorf manu propria
HStAD B 14 Nr. 125, Regest nach arcinsys.hessen.de

1718 Februar 17
Johann Eitel Brand v. Buseck, hochfürstlich hessen-darmstädtischer Capitain, beschwört die Aufnahme in den Burgfrieden der Ganerbschaft Buseckertal gemäß den alten und neuen Burgfriedensbriefen.
HStAD B 14 Nr. 65, Regest nach arcinsys.hessen.de

(1678-) 1727-1752 (-1753)
Georg Ludwig, Friedrich, Johann Reinhard, Johann Eitel von Buseck gen. Brand, Maria Friederika von Buseck gen. Brand, geb. von Schwalbach, Gießen, später Moritz Friedrich, Louis von Buseck gen. Brand, Altenbuseck, gegen Friedrich Ludwig Graf zu Nassau-Ottweiler, Carl August Fürst zu Nassau-Weilburg
Anspruch auf Wiedereinräumung des von Buseck gen. Brand seit alters her zu Lehen gegebenen, nach dem Tode des verstorbenen Johann Friedrich von Buseck, gen. Brand, Vater der Kl. eingezogenen Anteils am Zehnten zu Allendorf, Amt Hüttenberg, Anspruch auf Vorlegung der Rechnung der jährlichen Zehnterhebung, Anspruch auf Restituierung der gezogenen, den Kl. vorenthaltenen Früchte, Anspruch auf Ersatz der entstandenen Kosten und Schäden
HHStAW Abt. 1 Nr. 2826, Regest nach arcinsys.hessen.de

1729 August 12, Großen-Buseck
Die Vierer und Ganerben des Buseckertals, namentlich Wilhelm Moritz Mönch v. Buseck, der Fuldaer Dekan Amand v. Buseck, auch namens seiner Brüder Johann Christoph und Christian Ludwig, sodann Friedrich Ludwig Mönch v. Buseck, Georg Ludwig Brand v. Buseck, Friedrich Moritz Brand v. Buseck, Johann Reinhard Brand v. Buseck, Johann Eitel Brand v. Buseck, Ernst Johann Philipp Hartmann v. Buseck, Georg Wilhelm v. Buseck und Johann Moritz v. Buseck, bekunden: Sie haben sich zur Erhaltung ihres Burgfriedens von 1602 miteinander verglichen. In elf Artikeln werden unter Protest gegen die Eingriffe der Landgrafen v. Hessen-Darmstadt die Kompetenz der Pfarrer und Schulmeister im Buseckertal, der Gebrauch des ganerbschaftlichen Siegels, die Kompetenz der Gerichtsschreiber und des Schöffengerichts, die Angelegenheiten der Landmiliz, des gemeinschaftlichen Archivs, die Zusammenkünfte der Vierer und die Einhaltung der Burgfrieden geregelt.
HStAD F 28 Nr. 38, Regest nach arcinsys.hessen.de

1741
Bericht des Philipp Freudenberg an das Kriegs-Rats-Collegium zu Gießen über die Beerdigung des Obristleutnants [Eitel] v. Buseck in Alten-Buseck
HStAD E 8 B Nr. 1/1, Regest nach arcinsys.hessen.de

posthum
1741 Oktober 13
, Burg Friedberg
Burggraf, Baumeister und Regimentsburgmannen der Reichsburg Friedberg bekunden: Der Herr v. Spitznaß hatte sie ersucht, ein Attestat darüber zu erstellen, dass sein Pflegebefohlener Ludwig Friedrich Christoph Brand v. Buseck, Sohn des verstorbenen Johann Eitel und dessen Ehefrau Amalie geb. v. Uetterodt zum Scharfenberg, von seiner Mutter her zu Schild und Helm geboren ist, da diese eine vollbürtige Schwester des ehemaligen Burgmanns Georg Friedrich v. Uetterodt zum Scharffenberg sei. Da dieser letztere 1716 statutenmäßig approbiert wurde, haben sie das erbetene Attestat erteilt.
HStAD F 28 Nr. 94, Regest nach arcinsys.hessen.de 


Quellen:

Literatur:


  • 1
    Paten: der wohlgeborne Herr Herr Eytell von Ber.. zu Witterdorf, der wohlgeborne Herr Johann Eytell von Hangstlöw zu …, die wohl geborne Fräulein Maria Sophia Lündemann
  • 2
    im Hause v. Gemmingen
  • 3
    HStAD E 12 Nr. 52/4
  • 4
    HStAD E 12 Nr. 16/6
  • 5
    HStAD E 8 Nr. 1/1
  • 6
    HStAD E 8 B Nr. 1/1
  • 7
    Wilhelm Balthasar steht in der Vollmacht des Syndikus, jedoch nicht im inserierten Lehnsbrief. Da ein Bruder Wilhelm Balthasar ansonsten nicht bekannt ist, handelt es sich hier um einen Schreibfehler des Ausstellers der Urkunde.
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