Freibad in Großen-Buseck

von Dr. Ludwig Gengnagel

Für das Jahr 1936 hatte Bürgermeister Rebholz sich als dringendste Aufgabe die Erbauung eines Freischwimmbades zum Zwecke der sportlichen Ertüchtigung der Jugend gestellt. Das in jeder Beziehung mustergültige Bad wurde unterhalb der … Schlittschuhbahn von der hiesigen Firma Wilhelm Hahn in etwa 10 wöchiger angestrengter Arbeit fertig gestellt.
Das … Freischwimmbad besteht sowohl in Wänden wie Sohle aus Eisenbeton, hat ein Fassungsvermögen von 900 cbm Wasser und ist in drei Abteilungen eingeteilt:
1) Das Planschbecken für Kinder in der Grösse von 12 m : 5 m Wasserfläche. Die Tiefe beträgt 40-60 cm.
2) Die Nichtschwimmer Abteilung bis an den Laufsteg, ebenfalls 12 m : 5 m Wasserfläche, Wassertiefstand 1,50 m, an der seichtesten Stelle 60 cm.
3) Die Sportbahn : 25 m lang 12 m breit; an der tiefsten Stelle eine Sprunggrube mit 3,20 m Wasserstand.
Die Sportbahn mündet von 3,20 m auf 1,50 m in die Nichtschwimmer-Abteilung. Von der Sprunggrube aus geht eine Rohleitung ausserhalb des Beckens in einen Schacht, der zur Entleerung und gleichzeitig im Brandfall als Saugschacht für ein Feuer-Löschgerät dient. Die Entleerung erfolgt nach der Wieseck, die Zuleitung geschieht vom Mühlgraben aus in einen Behälter, der als Kläranlage dient.
Auch ist Fürsorge getroffen, dass das Becken durch die Wasserleitung gespeist werden kann.
Aus dem grossen Becken führen 4 Steigleitern, aus der Abteilung für Nichtschwimmer 2 Steigleitern nach aussen. Am Kopfe des Beckens sind Sprunggerüste – zwei Sprungbretter 3 m über dem Wasserspiegel und ein Sprungturm 6 m über dem Wasserspiegel – angebracht, ausserdem noch 4 Startblöcke zum gleichzeitigem Abspringen beim Wettspringen.

Freibad Großen-Buseck

Freibad in Großen-Buseck, 1936
(c) Ludwig Gengnagel

Drei Brausen zur Benutzung vor und nach dem Bad stehen zur Verfügung. Eine langgestreckte Holzhalle dient als Umkleideraum (ein grosser Raum für Schüler und ein grosser Raum für Schülerinnen, sowie eine Reihe Einzelzellen) und Abortanlage. Ein Wärterhäuschen vervollständigt die baulichen Anlagen. Nachträglich wurde noch eine Sport- und Liegewiese geschaffen, ferner wurden die Dämme zu beiden Seiten des Bades bis zur gleichen Höhe aufgeschüttet und mit Gras eingesät. Der Zugangsweg zum Bade und rings um dasselbe wurde mit Zementplatten belegt, die zu beiden Seiten mit Rasenflächen umgeben sind. Desgleichen wurden zwei Rosenbeete angelegt. Die gesamte Anlage wurde mit einer Einfriedigung versehen, sodass das Bad nun nach jeder Richtung hin den neuzeitlichen Anforderungen entspricht. Die gesamten Baukosten betrugen 18000 M., von denen die Brandversicherung einen wesentlichen Teil getragen hat. Für diesen Zuschuss musste sich die Gemeinde verpflichten, den Steg über den Mühlgraben so zu verbreitern, dass im Brandfall ein Feuer-Löschgerät zu dem Saugschacht gelangen kann.
Die Einweihung des Bades erfolgte am Sonntag den 28. Juni, wobei die Vorführungen der Turn- und Schwimm-Vereine von Giessen lebhaftes Interesse erweckten.

Auszug aus dem Heimatbuch von Gengnagel, S. 140f


Quellen:

Literatur:
Busecker Geschichtsbrief 2/2016
Ludwig Gengnagel: Heimatbuch der Gemeinde Großen-Buseck; unpubl. Manuskript 1937/38


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