Jüdisches Gräberfeld in Alten-Buseck

Um 1900 plante Alten-Buseck nach mehrfachen Erweiterungen des damals genutzten Friedhofes, einen neuen Begräbnisplatz anzulegen. Im Jahr 1903 kaufte man das Areal zwischen Friedhofstraße und Staufenberger Weg, welches noch heute der letzten Ruhe dient (Flur II, Parzelle 42). Bei der Planung des neuen Friedhofes wurde ein eigenes Areal für jüdische Bestattungen ausgewiesen.

Vorgesehen war, in der südwestlichen Ecke, eine Begräbnisstelle für unreife Früchte, sowie vorerst 33 Gräber für jüdischen Kinder unter 10 Jahren und 46 Grabstellen für israelitische Erwachsene. Es war eine Fläche zur Erweiterung der jüdischen Grabstellen eingeplant. Gleichzeitig sah die Planung der verbliebenen Fläche 561Grabstellen für Kinder unter 10 Jahren und 990 für Erwachsene vor.
Der Friedhof wurde 1910 eingeweiht. Zwischen 1918 und 1936 fanden hier 11 jüdische, erwachsene Mitbürger ihre letzte Ruhe. Entgegen der Planung fand die Belegung von Süden aus statt. Das insgesamt vorgesehene Areal wurde nur zu einem Bruchteil belegt. Der westliche Raum hinter den Gräbern, der einst für Kindergräber angelegt war, blieb frei.

Lageplan Alten-Buseck - jüdischer Friedhof

Ausschnitt aus dem Lageplan von 1905
(c) GemA Buseck AB Nr. 81

Jüdischer Friedhof Alten-Buseck

Jüdische Bestattungen auf dem Friedhof der Gemeinde Alten-Buseck (Bild von 2018)
(c) Elke Noppes

Die Familie des Herz Klipstein 1Müller, AlB 38 hatte eine Familiengrabanlage. Neben den Eltern wurden noch zwei Töchter in der
Ruhestätte der Familie bestattet. Familiengräber gab es auf dem großen jüdischen Friedhof in Großen-Buseck nicht. Dort bestand weiterhin die Möglichkeit einer Bestattung, z. B. 1928 die des Alten-Buseck Juden Julius Wallenstein 2Müller AlB 76.


Quellen:
GemA Buseck = Gemeindearchiv Buseck

Literatur:
Hanno Müller et al.: Juden im Busecker Tal, 2 Bde., Fernwald 2013


  • 1
    Müller, AlB 38
  • 2
    Müller AlB 76
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