weitere Namen: unbekannt
Lage/Anschrift: 35418 Buseck- Großen-Buseck
Zustand:
Ersterwähnung: ca. 1335
Infos:
Frühe Mühlenerwähnungen
Die Zuordnung früher Erwähnungen von Mühlen stellt einen oftmals vor Probleme. Lassen sich Erwähnungen kontinuierlich über einen längeren Zeitraum, anhand gleichbleibender Merkmale verfolgen, gelingt es irgendwann die frühe Erwähnung einer auch später bekannten Mühle zuzuordnen. Hierfür braucht man manchmal viel Geduld.
In einer Quelle die sich mit der Geschichte der Familie und des Gerichts Viermünden beschäftigt findet sich eine frühe Erwähnung einer „Mühle zu Grossbuseck“1Heldmann, S. 96.
Der Michelbacher Pfarrer August Heldmann (1834-1919) schrieb 1903:
„Gerlach II und sein Sohn Kurt I besassen namentlich einen grossen rätselhaften Besitz im Lumdatal, in der sog. Rabenau: 5 Güter zu Allendorf a. d. Lumda, 4 zu Londorf, darunter den Schafhof, „den Heinr. Riedesel hatte“, 3 zu Kesselbach, 5 und die Mühle zu Odenhausen, 2 zu Geilshausen, ferner zu Appenborn, Maulbach, Bernsfeld2heute Mücke, Vogelsberg, Rüdingshausen, IIsdorf3heute Mücke, Vogelsberg, Kümmel-(Königs-)Sassen4Gehört zur historischen Gemeinde Mücke – Nieder-Ohmen, Vogelsberg., die Mühle zu Grossbuseck, 1 Hof zu Ofleiden und den „viermundischen Wald by Swinsberg5Schweinsberg ist ein Stadtteil von Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf, den die Schencken hain“6Anmerkung Heldmann: Das Verzeichnis dieser Güter von Joh. Buchen 3. Febr. 1339 umfasst 5 Folioseiten. Zeugen sind Albrecht von Fulda, Gerlach v. V(iermünden), Kurt von Diedenshausen, Siegfried, Pastor zu Buseck, Karl und Heinrich von Löwenstein. Nord. Rot. Nr. 295..
An den Gütern zu Odenhausen hatten die von V. einen, die von Drahe (Trohe) zwei Dritteile. Es ist weder ersichtlich, woher dieser Güterkomplex stammt, noch wann und wie derselbe veraussert worden.„7Heldmann, S. 96
Den Begriff des „Lumdatales“ hat Heldmann weit gedehnt. Seine Quelle8Nord. Rotulum doc. trans. von 1581 konnte von uns noch nicht lokalisiert und eingesehen werden. Wir müssen somit mit dem Auszug seiner Publikation vorlieb nehmen.
Im Zitat werden Verbindungen zur Familie von Trohe (Drahe) angesprochen, mit denen die Viermünden ein Odenhausen Güter teilen.
Der im Zitat erwähnte Gerlach v. Viermünden II. war der Schwiegersohn von Johann v. Trohe9In Originalquellen erwähnt 1357 HStAD B 14 Nr. 4. Johann war mit dessen Tochter Jutta v. Viermünden verheiratet.10Die Ehe ist lediglich aus Sekundärquellen, insbesonders hier Heldmann, bekannt. Söhne dieser Ehe werden 1355 vom hessischen Landgrafen mit einer Burg zu Großen-Buseck belehnt.11HStAD A 5 Nr. 423/1 Der bei Heldmann in der Zeugenliste dieser Güterbeschreibung genannte Zeuge „Siegfried, Pastor zu Buseck“ war ein Bruder Johanns v. Trohe.12Heldmann, S. 96 Anm. 3.
Eine familiäre Verbindung zu Großen-Buseck wäre somit gegeben. Jedoch sind uns weitere Verbindungen der Familie v. Viermünden ins Busecker Tal nicht bekannt. Diese müssten auch vor der Erwähnung bei Heldmann, also deutlich vor 1335 liegen.
Bei der Frage um welche Mühle es sich hier handelt können zwei sicher ausgeschlossen werden: die Scheidemühle und die Weißmühle – da ihre frühesten Erwähnungen vor der Nennung in Verbindung mit der Familie v. Viermünden liegen.
Geht man davon aus, dass die Mühle aus den Händen der v. Viermünden in den Besitz der Familie v. Trohe gekommen ist, könnte es sich aufgrund der familiären Verbindungen der Familie v. Trohe zur Familie v. Oeynhausen13Der Troher Besitz der beiden Burgen (Schloss und Perch) kam über die Heirat einer Erbtochter der Familie v. Trohe an die Schutzbar gen. Milchling und von diese durch Heirat an Adam Arnt v. Oeynhausen. um die Kleinmühle handeln. Da es uns an weiteren Quellen fehlt, bleibt dies derzeit reine Spekulation.
Quellen:
Literatur:
August Heldmann: Zur Geschichte des Gerichts Viermünden und seiner Geschlechter (Schluss), IV. Das Geschlecht von Viermünden (Viermund, Virmont); Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde (ZHG) Nr. 37 (1903), S. 89-222
- 1Heldmann, S. 96
- 2heute Mücke, Vogelsberg
- 3heute Mücke, Vogelsberg
- 4Gehört zur historischen Gemeinde Mücke – Nieder-Ohmen, Vogelsberg.
- 5Schweinsberg ist ein Stadtteil von Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf
- 6Anmerkung Heldmann: Das Verzeichnis dieser Güter von Joh. Buchen 3. Febr. 1339 umfasst 5 Folioseiten. Zeugen sind Albrecht von Fulda, Gerlach v. V(iermünden), Kurt von Diedenshausen, Siegfried, Pastor zu Buseck, Karl und Heinrich von Löwenstein. Nord. Rot. Nr. 295.
- 7Heldmann, S. 96
- 8Nord. Rotulum doc. trans. von 1581
- 9In Originalquellen erwähnt 1357 HStAD B 14 Nr. 4
- 10Die Ehe ist lediglich aus Sekundärquellen, insbesonders hier Heldmann, bekannt.
- 11HStAD A 5 Nr. 423/1
- 12Heldmann, S. 96 Anm. 3
- 13Der Troher Besitz der beiden Burgen (Schloss und Perch) kam über die Heirat einer Erbtochter der Familie v. Trohe an die Schutzbar gen. Milchling und von diese durch Heirat an Adam Arnt v. Oeynhausen.
