weitere Namen: Erlenmühle, Rübsamen Mühle, Rübthieln Mühle, Junker Georg Milchlings Mühle
Lage/Anschrift: Weidenstraße 55, 35418 Buseck – Großen-Buseck
Zustand: stillgelegt ca. 19701Hinweis vom Beuerner Dorfmüller Philipp Lindenstruth
Ersterwähnung: 1315 2Eckhardt 1977, Nr. 1014 S. 710f
Infos: Wassermühle am Krebsbach
Belege
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
Im folgenden eine Kurzfassung der Mühlengeschichte. Die ausführlichere Version finden Sie hier.
Zeitleiste, Eigentümer und Müller
| – 1315 | Happel Mulener zu Buseck und seine Frau Adelheid werden Landsiedel auf der Mühle. 3Eckhardt 1977, Nr. 1014 S. 710f |
| 1315-1527 | Kloster Wirberg |
| 1453 | Contzgin Hertin hat die Leihe.4Eckardt 1988 S. 93 |
| 1470 | [Müller ist] Czolichin5Eckardt 1988 S. 119 |
| 1488 | Contzgin dem Jungen, filio prefati molitoris hat die Leihe.6Eckardt 1988 S. 93 |
| 1492 | [Müller ist] Junghenne, Peter Rübsamen Sohn7Eckardt 1977 S. 805 Nr. 1252 |
| 1527ff. | Nach der Reformation werden fast alle Klöster aufgelöst und ihr Vermögen durch den Landgrafen der Universität übergeben. Das Kloster Wirberg gehört nun zur Universitätsvogtei Grünberg. Seine Einkünfte gehen an die Universität Marburg, später Universität Gießen. |
| 1566 | Rube Thiel und seine Ehefrau Gret verkaufen u.a. ihre Mühle, genannt die Rube Hanns Mühle vor dem Dorf Großen-Buseck an Caspar Schutzbar gen. Milchling und seine Ehefrau Agnes.8HStAM Urk, 14 Nr. 9740 |
| 1576/77 | ist die Mühle im Besitz von Georg Schutzbar gen. Milchling – Caspars Bruder9UniA Gießen Allg. 580; HStAD G 26 A Nr. 485/4 (Bild 432) |
| 1627 | Adam Arndt v. Oeynhausen behält sich in einem Verkauf von Ländereien in Großen-Buseck ausdrücklich die Weißmühle als sein Eigentum vor.10Urkunde im Privatbesitz (1996). |
| 1630 | Dorfbuch nennt Oeynhausen als Eigentümer |
| 1647 | Baltzer Diepel (+1673)11FB GBu Nr. 186 ist Weißmüller 12KA GBu, Salbuch D, S. 15. |
| 1648 | v. Oeynhausen trägt die Mühle dem Landgrafen von Hessen-Kassel zu Lehen auf und wird fortan mit ihr belehnt.13wird in allen späteren Lehnsbriefen erwähnt. |
| 1650/53 | erwähnt Friedrich Schneider aus Junker Oeynhausen Mühle. 14UniA Gießen Allg. 621 |
| 1653 | Belehnung an Heinrich Hermann von Oeynhausen, braunschweigisch-lüneburgischer Landdrost zu Osteroda und Geheimer Rat, Sohn des verstorbenen Adam Arnd von Oeynhausen, sowie in sein jüngerer Bruder Johann Melchior von Oeynhausen.15HStAM, Urk. 14, 9744 |
| 1664 | Witwe Landgraf Wilhelms belehnt Heinrich Hermann v. Oeynhausen mit der Weißmühle.16Gre.Gre – Archiv Grevenburg 1708 und HStAM, Urk. 14, 9745 |
| 1674 | Taufeintrag: Jacob Klinges17FB GBu Nr. 573 – Weißmüller – Frau Christina ist Patin bei der Taufe von Barbara Christina Friedrich.18FB GBu Nr. 288 |
| 1712 | Weißmüller Caspar Schön.19KB Großen-Buseck. Sterbeeintrag der Tochter, FB GBu Nr. 1088 Er stammt aus der Müllerdynastie Schön. |
| 1721 | Stirbt Anna Margaretha Kling, Ehefrau von Joh. Heinrich Kling, als „Weißmüllerin“ .20FB GBu Nr. 576 – eine Verwandtschaft zu Jacob Kling ist nicht belegt. |
| 1723 | Eberhard Gustav v. Oeynhausen setzt den Müller Georg Ebert Wagenbach als Erbbeständer auf der Weißmühle, für 12 Jahre, ein.21HStAD E 12 Nr. 241/14; Gre.Gre – Archiv Grevenburg 1703 |
| 1724 | Belehnung an Karl Eberhard Gustav von Oeynhausen und die Söhne seines verstorbenen Bruders Philipp Adolf von Oeynhausen, Johann Moritz, Friedrich Adolf, Heinrich Christian Karl und Otto Heinrich Hermann, und anstatt der beiden Letztgenannten deren Vormund, der Amtmann Eggerding zu Wörderfeld.22HStAM, Urk. 14, 9746 |
| vor 1729 | Adam Dort auf der Weißmühle. Afterlehen von Georg Ebert Wagenbach.23HStAD E 12 Nr. 241/14 |
| 1731 | Belehnung an Karl Eberhard Gustav von Oeynhausen und die Söhne seines verstorbenen Bruders Philipp Adolf von Oeynhausen, Johann Moritz, Friedrich Adolf, Heinrich Christian Karl und Otto Heinrich Hermann, und anstatt der beiden Letztgenannten deren Vormund, der Amtmann Eggerding zu Wörderfeld.24HStAM, Urk. 14, 9747 |
| 1741 | Friedrich Adolph v. Oeynhausen – Erbherr der Grevenburg – gibt die Mühle als Afterlehen an Adam Dort (+ 1760) und Anna Maria dessen Hausfrau 25FB GBu Nr. 219 und ihren Leibeserben (männlich oder weiblich).26HStAD E 12 Nr. 241/14 – enthält auch Zustandsbericht der Mühle. |
| 1753 | Belehnung an Friedrich Adolf von Oeynhausen, Sohn des verstorbenen Philipp Adolf von Oeynhausen, sowie für Christoph Friedrich, Karl Hermann Albrecht, Ulrich Moritz, August Klamer Wilhelm und Friedrich Ernst von Oeynhausen, Söhne des verstorbenen Johann Moritz von Oeynhausen, deren Mutter Marie von Oeynhausen, geborene von Spiegel.27HStAM, Urk. 14, 9748 |
| 1756/1757 | Gemeinde zahlt Weißmüller Dort wenigstens 170 fl aus28wohl als Kredit; GeMA Buseck GB 1 Nr. 514 |
| 1761 | Belehnung an Friedrich Adolf von Oeynhausen, Karl Hermann Albrecht und Ulrich Moritz von Oeynhausen sowie für ihre minderjährigen Brüder August Klamer Wilhelm und Friedrich Ernst deren Vormünder Christian Friedrich Chüden, August Lebrecht Timmig und Ambrosius Hausmann.29HStAM, Urk. 14, 9749 |
| 1780 | Belehnung an Karl Hermann Albert von Oeynhausen, Friedrich Ernst von Oeynhausen und die Söhne ihres verstorbenen Bruders Friedrich Adolf, Alexander Moritz Christoph, Friedrich Christian, Herbert Adolf und Karl Wilhelm von Oeynhausen.30HStAM, Urk. 14, 9750 |
| 1787 | Belehnung an Karl Hermann Albert von Oeynhausen, Friedrich Ernst von Oeynhausen und die Söhne ihres verstorbenen Bruders Friedrich Adolf, Alexander Moritz Christoph, Friedrich Christian, Herbert Adolf und Karl Wilhelm von Oeynhausen.31HStAM, Urk. 14, 9751 |
| 1790 | Mit Zustimmung des Lehnsherrn haben die von Oeynhausen das frühere Lehen, die vor Großenbuseck gelegene Mühle, genannt die Weißmühle, mit der dazu gehörenden Wiese, verkauft.32HStAM, Urk. 14, 9752 |
| 1793 | Stirbt der Weißmüller Johann Adam Dort (1721-1793).33FB GBu Nr. 220 |
| 1794- ca. 1803 | Müller auf der Weißmühle ist Lorenz Dort (1749-1815).34FB GBu Nr. 225; HStAD, G 26 A, 494/12-14; LWV-Archiv, Hospia, 1161; Übergabevertrag von 1794 in HStAD C 4 Nr. 45/1 S. 451 |
| 1802-1804 | Conrad Pebler, Müller in der Weißmühle.35FB GBu Nr. 838 |
| 1808 | Versteigerung durch die Schmalkalderischen Erben.36Großherzoglich-Hessische Zeitung, Nr. 45 vom 13. Oktober 1808 |
| 1811 | Stirbt Heinrich Dörr, Müller aus der Weißmühle37FB GBu Nr. 1695 |
| mindestens 1813-1827 | Ludwig Lentzen Witwe 38HStAD G 31 B Nr. 42/2 |
| danach | Wilhelm Lentz/Lenz39GemA Buseck GB 1 Nr. 9008; Brandkataster 1826 „modo Wilhelm Lentz“ – Vorgänger nicht genannt. Wilhelm Lent war der Sohn von Joh. Ludwig Lentz (1736-1804), Müllermeister auf der Untersorger Mühle, verheiratet mit Cath. Elis. geb. Baart [FB All./Lahn, 356f.] |
| 1846, 1849 | Müller auf der Weißmühle ist Heinrich Lenz (1820-1859).40GemA Buseck, GB 1, 1.296 41GemA Buseck BKR |
| 1859 | Die Mühle steht wegen Erbteilung zum freiwilligen Verkauf.42Anzeigeblatt Nr. 72 vom 7. September 1859 |
| 1860 | Kaspar Stein III.[mfn]GemA Buseck BKR[/mfn] |
| 1869 | Johannes Volk II.43FB GBu Nr. 2858; GemA Buseck BKR |
| 1869 | Öffentliche Versteigerung der Mühle.44Gießener Anzeiger vom 04. Dezember 1869 |
| 1865-1870 | Müller auf der Weißmühle ist Philipp Christ (1826-1873).45FB GBu Nr. 1642; GB 1 Nr. 812 |
| 1875-1878 | Maria Christina Christ geb. Hahn – Witwe des Philipp Christ – heiratet den Bahnwärter Wilhelm Schmidt IV. Ihr Sohn August Schmidt ist später Eigentümer der Weißmühle.46FB GBu Nr. 2652; GBu Nr. 811 |
| 1903-1940 | Müller auf der Weißmühle ist August Schmidt (1875-1961).47GemA Buseck, GB 1, 1.259; GemA Buseck, GB 1, 1.258 |
| 1941-1961 | Müller auf der Weißmühle ist Wilhelm Schmidt II. (1899-1961).48FB GBu Nr. 2678 |
| 1964 | Mühlengewerbe wird von der Tochter Anna Bloch geb. Schmidt weiterbetrieben.49GemA Buseck BKR |
Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
KA GBu = Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Großen-Buseck
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg
HHStAW = Hessisches Staatsarchiv Wiesbaden
LWV-Archiv = Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
Gre.Gre – Archiv Grevenburg = Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
GemA Buseck = Gemeindearchiv Buseck
KB Großen-Buseck = Kirchenarchib Großen-Busck, Kirchenbücher
Literatur:
Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen; Gießen 1859
Manfred Blechschmidt (Hrsg): Allendorf/Lahn 790-1990. Chronik zu 1200 Jahrfeier = FB All/Lahn
Albrecht Eckhardt: Klosterarchive : Regesten und Urkunden Teil: 8 : Die oberhessischen Klöster ; Dritter Band 1. Hälfte Regesten; Marburg 1977
Albrecht Eckhardt: Klosterarchive : Regesten und Urkunden Teil: 8 : Die oberhessischen Klöster ; Dritter Band 2. Hälfte Texte und Indizes; Marburg 1988
Albrecht Eckhardt: Zur Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Klosters Wirberg im Spätmittelalter (13. bis frühes 16. Jahrhundert); in 100 Jahre Historische Kommission für Hessen 1897-1997, Erster Teil Marburg 1997 Seite 335-357
Hanno Müller: Großen-Busecker Familienbuch, Fernwald-Steinbach 1993 – FB GBu
Otto Stumpf: Das Gießener Familienbuch zusammengestellt nach den Tauf-, Trau- und Beerdigungseinträgen der Stadtkirche und der Burgkirche; ergänzt durch archivalisches und literarisches Quellenmaterial, Band 3, Gießen 1976
Großherzoglich-Hessische Zeitung; Darmstadt : Großherzogl. Invaliden-Anst. Nr. 45 vom 13. Oktober 1808, S. 382f.
- 1Hinweis vom Beuerner Dorfmüller Philipp Lindenstruth
- 2Eckhardt 1977, Nr. 1014 S. 710f
- 3Eckhardt 1977, Nr. 1014 S. 710f
- 4Eckardt 1988 S. 93
- 5Eckardt 1988 S. 119
- 6Eckardt 1988 S. 93
- 7Eckardt 1977 S. 805 Nr. 1252
- 8HStAM Urk, 14 Nr. 9740
- 9UniA Gießen Allg. 580; HStAD G 26 A Nr. 485/4 (Bild 432)
- 10Urkunde im Privatbesitz (1996).
- 11FB GBu Nr. 186
- 12KA GBu, Salbuch D, S. 15.
- 13wird in allen späteren Lehnsbriefen erwähnt.
- 14UniA Gießen Allg. 621
- 15HStAM, Urk. 14, 9744
- 16Gre.Gre – Archiv Grevenburg 1708 und HStAM, Urk. 14, 9745
- 17FB GBu Nr. 573
- 18FB GBu Nr. 288
- 19KB Großen-Buseck. Sterbeeintrag der Tochter, FB GBu Nr. 1088
- 20FB GBu Nr. 576 – eine Verwandtschaft zu Jacob Kling ist nicht belegt.
- 21HStAD E 12 Nr. 241/14; Gre.Gre – Archiv Grevenburg 1703
- 22HStAM, Urk. 14, 9746
- 23HStAD E 12 Nr. 241/14
- 24HStAM, Urk. 14, 9747
- 25FB GBu Nr. 219
- 26HStAD E 12 Nr. 241/14 – enthält auch Zustandsbericht der Mühle.
- 27HStAM, Urk. 14, 9748
- 28wohl als Kredit; GeMA Buseck GB 1 Nr. 514
- 29HStAM, Urk. 14, 9749
- 30HStAM, Urk. 14, 9750
- 31HStAM, Urk. 14, 9751
- 32HStAM, Urk. 14, 9752
- 33FB GBu Nr. 220
- 34FB GBu Nr. 225; HStAD, G 26 A, 494/12-14; LWV-Archiv, Hospia, 1161; Übergabevertrag von 1794 in HStAD C 4 Nr. 45/1 S. 451
- 35FB GBu Nr. 838
- 36Großherzoglich-Hessische Zeitung, Nr. 45 vom 13. Oktober 1808
- 37FB GBu Nr. 1695
- 38HStAD G 31 B Nr. 42/2
- 39GemA Buseck GB 1 Nr. 9008; Brandkataster 1826 „modo Wilhelm Lentz“ – Vorgänger nicht genannt. Wilhelm Lent war der Sohn von Joh. Ludwig Lentz (1736-1804), Müllermeister auf der Untersorger Mühle, verheiratet mit Cath. Elis. geb. Baart [FB All./Lahn, 356f.]
- 40GemA Buseck, GB 1, 1.296
- 41GemA Buseck BKR
- 42Anzeigeblatt Nr. 72 vom 7. September 1859
- 43FB GBu Nr. 2858; GemA Buseck BKR
- 44Gießener Anzeiger vom 04. Dezember 1869
- 45FB GBu Nr. 1642; GB 1 Nr. 812
- 46FB GBu Nr. 2652; GBu Nr. 811
- 47GemA Buseck, GB 1, 1.259; GemA Buseck, GB 1, 1.258
- 48FB GBu Nr. 2678
- 49GemA Buseck BKR
