Stamm „von Geismar“

Im Testament des Friedrich Ludwig v. Buseck gen. Münch wird das Erbe unter „Stämmen“ also nach der Abstammung verteilt. Ein „Stamm“ bezieht sich jeweils auf die Nachfahren einer Schwester des Erblassers.

Der „Stamm von Leslie“ geht auf Friedrich Ludwig v. Buseck gen. Münchs Schwester Philippina Sybilla v. Buseck gen. Münch zurück. Philippina Sybilla hatte 1699 Wilhelm Friedrich v. Geismar (+ 17261Hattstein II S. 112) geheiratet. Sie verstarb nach der Errichtung des Testamentes ihres Bruders im Jahr 1744 und wurde in Großen-Buseck bestattet.2FB GBu 327 a; demnach in Gießen verstorben und in der Großen-Busecker Kirche, in das Münchische Begräbnis begraben; kein Sterbeeintrag in Gießen

Aus der Ehe der Philippina Sybilla mit Wilhelm Friedrich v. Geismar sind wenigstens drei Kinder bekannt:
• Magdalena Clara Elisabeth v. Geismar (17003Hattstein II S. 106; 112– vor 17504HStAM Bestand 340 von Nordeck zur Rabenau Nr. II/7a) verheiratet seit 1719 mit Johann Adolf v. Freudenberg5HStAD R 21 Nachweis: Johann Adolf von Freudenberg geboren 1681 (Sohn des Hans Albrecht von Freudenberg gestorben 1698 und der Mar. Antonetta Hund von Saulheim) hessisch-darmstädtischen Obrist und Kommandant der Stadt und Festung Gießen, oo 17. Januar 1719 Magd. Clara Elisabeth von Geismar, geboren 1700, Tochter von Wilhelm Friedrich von Geismar auf Blofeld gestorben 1726, und der Philippina Sybilla v. Buseck gen. Münch
• Wilhelmina Friederica v. Geismar (17016Hattstein II S. 112-17427FB GBu 327 )
• Carl Friedrich v. Geismar (17098Hattstein II S. 112– vor 17509HStAM Bestand 340 von Nordeck zur Rabenau Nr. II/7a )

Es sind die Kinder der Ehe von Magdalena Clara Elisabeth v. Geismar mit Johann Adolf v. Freudenberg die das (Großen-Busecker) Erbe des Stammes „von Geismar“ aus dem Testament des Friedrich Ludwig v. Buseck gen. Münch im Jahr 1771 versteigern lassen.10HStAD G 26 A Nr. 493/50

Laut Teilzettel von 1755 wird Ihnen aus dem Erbe folgendes zugesprochen11zusammengestellt nach Angaben aus HStAM 340 Schenk zu Schweinsberg Niederofleiden Nr. 119

Kapital Rentis12Einnahmen – fl/alb/xr
14.542 flDer kleine Hof, ohne die Freiheit320/-/-
4.161 fl 20albDas Gut zu Dauernheim NB ist fuldisch Lehen13siehe hierzu auch: HStAM Bestand 95 Nr. 218210 Achtel14Kornmaß Korn, 10 Achtel Hafer, 1 Achtel Weizen, 40 fl Wiesenzins
5.445 flIst Lehen Unterwiddersheim 60 Achtel Frucht (26 Achtel Korn 3 Achtel Weizen 8 Achtel Gerste 23 Achtel Hafer 9 fl Wiesenzins 18 Pfund Flachs
8.874 flDas Gut zu Berstadt26 achtel Korn 4 Achtel und 4 Mest Weizen 9 Achtel Gerste 15 Achtel Hafer nebst 8 fl Wiesenzins
3.250 flDer Zehnt zu Berstatt97/15/-
1.066 fl 20 albDer Zehnt zu Reiskirchen32/-/-
166 fl 20 albDer Zehnt zu Alten-Buseck5/-/-
866 fl 20 albDer Zehnt zu Albach NB dieser ist jetzt für 32 fl verlehnt26/-/-
607 fl 15 albSämtliche Pacht zu Reiskirchen 3 Achtel Korn 3 Achtel Hafer an Geld1 1/2 Achtel Michaelisweizen 3 Achtel Cuntzenpfacht Korn 3 Achtel [Cuntzenpfacht] Hafer 1 fl an Zins
242 fl 26 alb 2 xrSämtliche Zins zu Reiskirchen8/2/7
21 fl 36 alb 2 xrZins zu Albach nämlich 8 3/4 Jahren-/21/7
48 flZins zu Alten-Buseck1/18/-
110 fl 15 albZins zu Berstatt3/20/4
119 flZins zu Dauernheim3/29/-
100 flZins zu Großen-Buseck3/10/-
4 fl 15 albZins zu Trohe-/4/4
36 fl 3 alb 3 xrUnständige Judenzins, nach einem 12-jährigen Ertrag 1/24/1
13 fl 10 albReiskircher Blutzehende-/20/-
1.000 flDer Zehnt zu Weickartshain30/-/-
3.883 fl 10 albDer Zehnt zu Oberbreidenbach15wohl Ober-Breidenbach, Stadtteil von Romrod dieser Zehnt ist für 150 fl verlehnt116/15/-
5 fl 9 alb 3 xrDie Zins Oberbreidenbach-/5/2,5
17 fl 7 alb 4 xrGrünberger frantzen Zins-/17/2
12 leibeigene Weiber
12 leibeigene Männer

Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg

Literatur:
Damian Hartard von u. zu Hattstein: Die Hoheit des Teutschen Reichs-Adels Wodurch derselbe zur Chur- u. Fürstl. Dignitäten erhoben wird … Bd. 2, Fulda 1740
Hanno Müller: Großen-Busecker Familienbuch, Fernwald-Steinbach 1993


  • 1
    Hattstein II S. 112
  • 2
    FB GBu 327 a; demnach in Gießen verstorben und in der Großen-Busecker Kirche, in das Münchische Begräbnis begraben; kein Sterbeeintrag in Gießen
  • 3
    Hattstein II S. 106; 112
  • 4
    HStAM Bestand 340 von Nordeck zur Rabenau Nr. II/7a
  • 5
    HStAD R 21 Nachweis: Johann Adolf von Freudenberg geboren 1681 (Sohn des Hans Albrecht von Freudenberg gestorben 1698 und der Mar. Antonetta Hund von Saulheim) hessisch-darmstädtischen Obrist und Kommandant der Stadt und Festung Gießen, oo 17. Januar 1719 Magd. Clara Elisabeth von Geismar, geboren 1700, Tochter von Wilhelm Friedrich von Geismar auf Blofeld gestorben 1726, und der Philippina Sybilla v. Buseck gen. Münch
  • 6
    Hattstein II S. 112
  • 7
    FB GBu 327
  • 8
    Hattstein II S. 112
  • 9
    HStAM Bestand 340 von Nordeck zur Rabenau Nr. II/7a
  • 10
    HStAD G 26 A Nr. 493/50
  • 11
    zusammengestellt nach Angaben aus HStAM 340 Schenk zu Schweinsberg Niederofleiden Nr. 119
  • 12
    Einnahmen
  • 13
    siehe hierzu auch: HStAM Bestand 95 Nr. 2182
  • 14
    Kornmaß
  • 15
    wohl Ober-Breidenbach, Stadtteil von Romrod
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