Im Testament des Friedrich Ludwig v. Buseck gen. Münch wird das Erbe unter „Stämmen“ also nach der Abstammung verteilt. Ein „Stamm“ bezieht sich jeweils auf die Nachfahren einer Schwester des Erblassers.
Der „Stamm von Leslie“ geht auf Friedrich Ludwig v. Buseck gen. Münchs Schwester Sophia Elisabeth v. Buseck gen. Münch verheiratete de Leslie zurück. Sophia Elisabeth hatte 1694 Hieronymus Franciscus de Leslie geheiratet und verstarb bereits vor dem dem Erblasser im Jahr 1734 in Londorf.
Aus der Ehe entsprang lediglich eine Tochter namens Johanna Magdalena de Leslie. Johanna Magdalena hatte 1718 Adolph Reinhard v. Nordeck zur Rabenau in Londorf geheiratet. Zum Zeitpunkt des Todes ihres Onkels Friedrich Ludwig v. Buseck gen. Münch lebte Johanna Magdalena noch. Sie war somit die einzige Erbin im Stamm „von Leslie“. Mit ihrem Tod im Jahr 1764 waren ihre Kinder die Erbberechtigten des Stammes „von Leslie“. Unter ihnen wurde der Streit um das Erbe weitergeführt.
Aus der Ehe der Johanna Magdalena geb. de Leslie (1691-1764) und ihrem Mann Adolph Reinhard v. Nordeck zur Rabenau in Londorf sind 11 Kinder überliefert. Dazu gehören:
• Friedrich Philipp Conrad v. Nordeck zur Rabenau (1720-1774)
• Gottlieb Ludwig Wilhelm v. Nordeck zur Rabenau(1721-1801) verheiratet mit Caroline Wilhelmine Dorothea v. Minnigerode 1Das Ehepaar hat 6 Kinder und lebt im Schloss in Großen-Buseck.
• Carolina Henrietta Maria geb. v. Nordeck zur Rabenau (1725- nach 1766) verheiratet mit Friedrich Wilhelm v. Horn
• Agnetta Elisabetha Ernestina v. Nordeck zur Rabenau (1727-1779) verheiratet mit Ludwig Ernst Schutzbar gen. Milchling 2Das Ehepaar lebt in Großen-Buseck (FB Gbu 124) Er ist ein Enkel der Clara Anna Magdalena Schutzbar gen. Milchling geb. v. Buseck gen. Münch – deren Nachfahren den „Stamm von Milchling“ bilden.
• Carl Wilhelm Friedrich Ludwig v. Nordeck zur Rabenau (1731-1808)
Laut Teilzettel von 1755 wird Ihnen aus dem Erbe folgendes zugesprochen3zusammengestellt nach Angaben aus HStAM 340 Schenk zu Schweinsberg Niederofleiden Nr. 119
| Kapital | Rentis4Einnahmen – fl/alb/xr | |
| 27.555 fl 23 alb 7 xr | Der große Burghof zu Großen-Buseck | 500/-/- |
| 1.213 fl | Das Gut zu Dorlar | 9 Achtel Korn, 9 Achtel Hafer, 4 Pfund Flachs |
| 11.761 fl 3 alb 2 2/3 xr | Der Zehnte zu Queckborn | 352/25/- |
| 1.329 fl 7 xr | Der Ohmelshäuser Zehnt | 39/26/1 |
| 32 fl 15 alb | Der Ohmelshäuser Heuzehnte | -/29/2 |
| 25 fl | Der Zehnte zu Lumda | -/22/4 |
| 675 fl | Erbpacht zu Langgöns | 7 Achtel 4 Maß Korn |
| 30 fl | zu Londorf | 2 Mesten Michaelisweizen |
| 27 fl 15 alb | Zins zu Langgöns | -/27/4 |
| 543 fl 18 alb 6 xr | Zins zu Queckborn | 18/3/5 |
| 1.376 fl 13 alb 6 xr | Die Fußmühl | 12 Achtel Korn 1 fl an Schlaggeld 100 Eier 50 Stück Schlagkuchen 2 Schweine zu Mästen 4 fl an Geld = 45/21/7 |
| 13 fl 10 alb | Der Blutzehnte zu Queckborn, nach einem 12-jährigen Anschlag | -/20/- |
| 12 Leibeigene Männer | ||
| 12 Leibeigene Frauen |
Am 14. September 1765 werden die Leibeigenen in Gießen versteigert. Der Landgraf gibt das höchste Gebot ab. Er zahlt für jeden Mann 9 fl, für jede Frau 9 fl und 15 alb.
Bei den Leibeigenen handelt es sich um:
Alten-Buseck
1. Johann Ebert Wagenbach
2. Johann Daniel Muhl sen.
3. Johann Henrich Lepper
4. Georg Ebert Lepper
5. Johann Jost Constanz
6. Georg Ebert Becker
7. Joh. Melchior Becker jun.
8. Caspar Constanz Frau
9. Johann Balthasar Bierauen Frau
10. Joh. Jost Homanns Frau
11. Maria Margaretha Joh. Philips Zieglers Frau
12. Elisabetha Johann Georg Beckers Frau
Großen-Buseck
13. Johann Ebert Muhl
Beuern
14. Joh. Philips Schön Frau
Oppenrod
15. Johannes Schmitts Frau
16. Johannes Goebels Frau
17. Joh. Philips Wagner
Trohe
18. Johann Ebert Lothen Witwe
Ruttershausen
19. Johann Caspar Loth
Wieseck
20. Peter Kreilings Frau
Lindes
21. Joh. Caspar Koch
22. Anna Maria5geb. Muhl aus Alten-Buseck Caspar Herberts Frau
Erklärung vom 10. Aug. 1769:
die von gnädigster Herrschaft erkauften Leibeigenen im Buseckerthal wurden nicht von den von Rabenauischen Erben verkauft, sondern von der angeordneten Debit- Commission. Ein erzielter Überfluß nach Abtragung der Creditorum wurde dem Herrn Geheimden Regierungsrat von Rabenau überlassen.6HStAD E 12 Nr. 55/5
Quellen:
HStAD = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
HStAM = Hessisches Staatsarchiv Marburg
Literatur:
Hanno Müller: Großen-Busecker Familienbuch, Fernwald-Steinbach 1993
- 1Das Ehepaar hat 6 Kinder und lebt im Schloss in Großen-Buseck.
- 2Das Ehepaar lebt in Großen-Buseck (FB Gbu 124)
- 3zusammengestellt nach Angaben aus HStAM 340 Schenk zu Schweinsberg Niederofleiden Nr. 119
- 4Einnahmen
- 5geb. Muhl aus Alten-Buseck
- 6HStAD E 12 Nr. 55/5
